Viel verbockt

Einserkastl10. Jänner 2016, 19:32
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Viele negative Vorkommnisse prägen den Anfang des Jahres

Man soll ja nicht gleich in Gezeter ausbrechen, das anbrechende Jahr sei ein mieser Verräter. In der kurzen Zeit seiner Existenz hat 2016 dennoch schon viel verbockt.

Die Türkei möchte offenbar gern in die Achse des Bösen aufgenommen werden. In Deutschland wurden zeitgleich in mehreren Städten großgruppenweise sexuelle Übergriffe und Diebstähle gestartet. Köln wirft Fragen auf: wie man mit den Tätern umgehen soll und wie mit einem Polizeiapparat, dessen obere Ebene bewusst sensible Informationen zurückhält – und damit dem grassierenden Begriff "Lügenpresse" Flügel verleiht, ganz ohne Red Bull. Wie mit einer Medienlandschaft, deren Reaktionszeit seltsam verlängert schien – und die nun teils mit sexistischen Titelblättern auf Sexismus reagiert.

Ohne belastbare Info kann man auf die neue Art der Kriminalität nicht nachhaltig eingehen und tut damit weder den Opfern noch unbescholtenen Flüchtlingen einen Gefallen. In Österreich will hingegen der Polizeipräsident vom Boulevard falsch verstanden worden sein, nachdem der Tipp, sich als Frau nächtens nur in Begleitung vor die Haustür zu wagen, doch einige Empörung nach sich zog. Aus einem vielversprechenden Geschäftsmodell wird nun leider nichts: Falls ein Bodyguard unerschwinglich gewesen wäre, hätte man sich immerhin mit einem auf Zweibeiner umgesattelten Doggiewalker eine neue Art Escortservice gönnen können. (Julya Rabinowich, 10.1.2016)

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    foto: apa/hans punz
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