Weltbörsen: Nervosität nach Auftaktdebakel

10. Jänner 2016, 18:27
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Sorge um China beherrscht nach heftiger Talfahrt das Marktgeschehen

New York / Wien – Die erste Handelswoche im neuen Jahr fiel für Anleger ernüchternd aus: Ein Börsenbeben in China riss auch europäische und amerikanische Aktienmärkte in die Tiefe. Der deutsche Dax legte am Montag mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent den schlechtesten Jahresauftakt seiner Geschichte hin – das Wochenminus betrug 8,3 Prozent.

Das Minus war in Wien mit 7,34 nur unwesentlich geringer. Auch in den USA endete die Börsenwoche mit einem dicken Minus. Der Dow-Jones-Index verlor 6,2 Prozent, der S&P 500 sechs Prozent und die Nasdaq 7,3 Prozent.

Weitere Ausschläge erwartet

Angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft müssten sich die Investoren kurzfristig weiter auf starke Kursausschläge einstellen, meint Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM. Mittelfristig – so sehen es die Analysten der Commerzbank – haben Aktienanleger dank der Stärke der USA und des moderaten Wachstums im Euroraum allerdings bessere Karten.

Entscheidend dürfte die Reaktion der Fed sein, meinen die Commerzbank-Experten Bernd Weidensteiner und Zhou Hao. "Solange die amerikanische Notenbank nicht in Panik verfällt, wird sich die Lage in den nächsten Monaten beruhigen."

Sorge um Fed

Einige Investoren fürchten, dass sich die Fed nach dem ersten Zinsschritt nun zurückhaltender zeigen könnte. Dies würde Spekulationen schüren, dass die Lage in der Volksrepublik der US-Wirtschaft doch mehr zusetzt. In China selbst beendeten die Behörden den Aktienhandel an zwei Sitzungstagen vorzeitig, weil die Leitindizes jeweils um rund sieben Prozent abstürzten. Am Freitag sorgten die Aufhebung dieses Mechanismus und die leichte Aufwertung des Yuans für eine Stabilisierung. Neue Hinweise auf den Zustand der chinesischen Wirtschaft dürften am Mittwoch die Außenhandelsdaten liefern.

Neue Daten im Fokus

In den kommenden Tagen stehen für die Amerikaner vor allem die Einzelhandelsumsätze für Dezember (Freitag) im Fokus, die ein Indikator für den privaten Konsum sind. Im Euroraum richtet sich der Blick auf die Daten zur Industrieproduktion, die am Mittwoch veröffentlicht werde.

Auf der Unternehmensseite könnte der Start der US-Berichtssaison den Märkten Schwung verleihen. Der Aluminiumkonzern Alcoa macht am Montag den Auftakt, zum Ende der Woche folgen mit JPMorgan Chase, Citigroup und Wells Fargo die ersten Bankbilanzen. Für Gesprächsstoff könnte zum Wochenauftakt die Automesse in Detroit sorgen. (red; Reuters, 11.1.2016)

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