Neue Entdeckung: Pflanze verteidigt sich mit Furzgeruch

10. Jänner 2016, 17:14
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Mimosen sind legendär berührungsempfindlich – offenbar auch an den Wurzeln

New York – Mimosen sind für ihre Empfindlichkeit sprichwörtlich geworden: Werden die Pflanzen mit etwas Unangenehmem konfrontiert, klappen sie ihre Blätter und Zweige ein – zum Beispiel dann, wenn man sie mit dem Finger anstupst. Berührungsempfindlich sind sie aber auch unter der Erde, wie US-Forscher nun herausfanden. Und dann lassen die Mimosen es nicht bei passiver Verteidigung bewenden.

Ein Forscherteam um Rabi Musah von der Universität Albany baute Mimosen (Mimosa pudica) an und machten dabei die Entdeckung, über die sie nun im Fachmagazin "Plant Biology" berichten. Wird die Mimose an der Wurzel berührt, sondert sie aus winzigen, kaum einen Millimeter langen Beuteln an den Wurzeln einen üblen Geruch ab – genug, um einen ganzen Raum mit Gestank zu füllen, wie Musah berichtet. Das olfaktorische Ergebnis des Cocktails aus Schwefelverbindungen vergleicht die Forscherin mit dem Gestank von Fürzen.

Ungeklärtes Unterscheidungsvermögen

Vergleichbares kennt man von verschiedenen Pflanzen, auch aus der Gattung der Mimosen, bereits. Allerdings war offen, ob es sich um einen aktiven Verteidigungsmechanismus handelt oder ob der Gestank nur die Folge einer Verletzung des pflanzlichen Gewebes ist – vergleichbar mit dem Effekt, der eintritt, wenn man eine Zwiebel aufschneidet.

In den folgenden Versuchen stellten die Forscher allerdings fest, dass der Effekt nicht immer auftritt. Die Berührung durch einen Finger führte stets zur Freisetzung des unangenehmen Duftcocktails – die durch ein Objekt aus Metall oder Glas bekümmerte die Mimose hingegen nicht. Die Pflanze kann offenbar zwischen potenziellen Fressfeinden und harmlosen Objekten unterscheiden, folgern die Forscher – wie sie das tut, ist ihnen allerdings schleierhaft. (red, 10. 1. 2016)

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