Vonn auch im Super-G unschlagbar

10. Jänner 2016, 12:32
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Amerikanerin räumt in Zauchensee ab: Sieg vor Lara Gut, Cornelia Hütter kurvt mit starker Leistung wieder auf das Stockerl

Zauchensee – Wer Skirennen fährt, muss früh aufstehen. Lindsey Vonn fährt schon seit einer Weile Skirennen. Früh aufstehen mag sie trotzdem nicht. Immerhin, Vonn hat einen Vorteil. Abfahrten und Super-G beginnen später als Slaloms und Riesentorläufe. "Ich mag die Speeddisziplinen, weil ich länger schlafen kann", sagte Vonn in Zauchensee. Weil die Abfahrt am Samstag ausnahmsweise in zwei Durchgängen ausgetragen wurde, musste Vonn früh aufstehen. Sie wirkte trotzdem ausgeschlafen.

Kurz, lang, ein Durchgang, zwei Durchgänge, enge Kurven, weite Kurven. Egal. Vonn kann alles am besten. Am Samstag gewann sie eine Sekunde vor Larisa Yurkiw (Kanada), 1,66 Sekunden vor Cornelia Hütter. Mit ihrem 36. Abfahrtserfolg egalisierte sie die diesbezügliche Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll. Den Großteil des Vorsprungs holte Vonn im ersten Lauf heraus.

Von wegen Morgenmuffel. Sonntag, Super-G, ein Durchgang, Startzeit 11.30 Uhr, zwei Stunden später als am Vortag. Alles ganz normal also. Normal war auch, dass Lindsey Vonn gewann. Super-G kann sie ungefähr so gut wie Abfahrt. Ein perfektes Wochenende also für die US-Amerikanerin. Es waren die Saisonsiege Nummer fünf und sechs, die Weltcupsiege Nummer 72 und 73. Diesbezügliche Rekordhalterin ist sie schon seit einer Weile. Nur ein Mann hat öfter gewonnen: Ingemar Stenmark, 86 Mal. Scheint machbar. Vonn will bis 2018 Skirennen fahren. Natürlich schnell.

Gut spürt Vonn

Am Sonntag war sie auch sehr schnell, die Schweizerin Lara Gut distanzierte sie um 0,70 Sekunden, Cornelia Hütter um 1,25 Sekunden. Im Gesamtweltcup liegt Gut nur noch 38 Punkte vor Vonn. Darauf schaue sie nicht, sagt Vonn. Die 31-Jährige ist jedenfalls eine Klasse für sich. Das sagen auch Konkurrentinnen. Vonn sagt: "Ich denke nicht, dass ich so weit vorne bin." Sie probiere immer ihr Bestes zu geben. "Manchmal passt es."

Gepasst hat es in Zauchensee auch für Hütter. Zwei Rennen, zweimal Dritte. "Ein großartiges Wochenende. Podestplätze sind nicht selbstverständlich." In diesem Winter hält die Steirerin schon bei fünf Weltcup-Stockerlplätzen, insgesamt bei sechs. Der Sieg fehlt noch. Aber da müsste Hütter an Vonn vorbei. Und das ist bekanntlich schwierig. Hütter: "Vonn fährt einfach gut."

Auch Elisabeth Görgl fährt wieder gut. Lange Zeit war die 34-jährige Steirerin in diesem Winter auf Formsuche. Am Samstag wurde sie Neunte, am Sonntag Fünfte. "Das passt." Nicole Schmidhofer wurde Siebente. Am Samstag war sie Fünfte. Die Steirerin sammelt in diesem Winter Top-Ten-Plätze. Sie hält jetzt bei fünf. Ein Stockerlplatz fehlt noch. "Es fehlt nicht viel. Das Podest wäre möglich gewesen."

Stürze

Die Rennen in Zauchensee waren anspruchsvoll, vor allem die Sprintabfahrt forderte einige Sturzopfer. Die meisten kamen glimpflich davon. Ramona Siebenhofer zog sich eine Syndesmoseband-Verletzung zu, ließ am Sonntag aus. Lotte Smiseth Sejersted muss den Rest des Winters auslassen. Bei ihrem Sturz riss sich die Norwegerin Kreuz- und Seitenband im linken Knie.

Der Damen-Weltcup wird fortgesetzt, im 17 Kilometer von Zauchensee entfernten Flachau, wo am Dienstag ein Nachtslalom gefahren wird. Vonn könnte ausschlafen, sie fährt trotzdem nicht. (Birgit Riezinger, 10.1.2016)

Ergebnis

Damen-Super-G Zauchensee

  • Nicht einfach nur ein Kuss.
    foto: apa/techt

    Nicht einfach nur ein Kuss.

  • Zauchensee-Doppelpack für Lindsey Vonn.
    foto: reuters/foeger

    Zauchensee-Doppelpack für Lindsey Vonn.

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