Lenovo: Gratis-Upgrade für Windows 10 war Fehler

10. Jänner 2016, 12:11
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Senke Anreiz, neue Hardware zu kaufen – Unternehmenschef gesteht Fehler bei eigener Software ein

Mit Windows 10 hat Microsoft eine entscheidende Wende vollzogen: Erstmals gibt es eine neue Betriebssystemgeneration für einen bedeutenden Teil der bestehenden Nutzer kostenlos. Genau dieser Umstand sorgt nun für offenen Unmut bei so manchem PC-Hersteller. So spricht Lenovo-Boss Yang Yuanqing in einem Interview mit der DPA offen von einem "Fehler".

Problemfelder

Microsoft habe mit dem Gratis-Upgrade weder den Nutzern noch den PC-Herstellern eine Freude gemacht. Viele User würden nach der Aktualisierung von Problemen berichten, da ihre Geräte nicht optimal auf Windows 10 vorbereitet seien, berichtet Yang von den Erfahrungen der eigenen Support-Abteilung. Der wahre Grund für seinen Ärger dürfte aber beim zweiten Punkt seiner Kritik liegen.

Fehlender Anreiz

Dadurch, dass Windows 10 für viele de facto kostenlos ist, sei dieses Mal jener Absatzschub für den PC-Markt ausgeblieben, den üblicherweise eine neue Windows-Version auslöst. Zahlreich Nutzer bleiben lieber bei ihrer bestehenden Hardware anstatt zu neuen Geräten zu greifen. Microsoft habe der Branche mit dem Gratis-Upgrade also einen Bärendienst erwiesen.

Um das eigene Geschäft macht sich Yang trotzdem keine Sorgen: Derzeit finde eine Konsolidierung im PC-Markt statt. Durch den Ausstieg von Herstellern wie Sony eröffne sich für Lenovo weiteres Wachstumspotential selbst wenn der Gesamtmarkt stagniert. Lenovo ist derzeit der weltweit größte PC-Hersteller.

Aus Fehlern lernen

Dass das eigene Unternehmen in den letzten Monaten selbst wegen zweifelhafter Softwarebeigaben in die Kritik gekommen ist, sieht der Lenovo-Boss natürlich weniger gern. Im Interview gesteht er denn auch ein, dass die Auslieferung der Werbesoftware Superfish ein Fehler war, aus dem man allerdings gelernt habe. Mittlerweile habe man sich dazu verpflichtet, keine solch umstrittenen Komponenten mehr vorzuinstallieren. Ganz will sich Lenovo aber trotzdem nicht von eigenen Softwarebeigaben zu Windows verabschieden: Hierin sieht Yang weiterhin einen entscheidenden Mehrwert, mit dem man sich vom Mitbewerb absetzen kann. (red, 10.1.2016)

  • Lenovo CEO Yang Yuanqing ist wenig erfreut über das Gratis-Upgrade auf Windows 10.
    foto: bobby yip / reuters

    Lenovo CEO Yang Yuanqing ist wenig erfreut über das Gratis-Upgrade auf Windows 10.

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