Bericht: Nato sieht afghanische Armee nicht einsatzbereit

9. Jänner 2016, 12:21
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Nur eine von 101 Infanterieeinheiten soll kampfbereit sein

Hamburg – Die NATO rechnet einem Bericht zufolge mit einer massiven Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan. Die mit internationalen Finanzhilfen in Milliardenhöhe aufgebaute afghanische Armee (ANA) sei nach Einschätzung des Militärbündnisses kaum einsatzbereit, berichtet das Magazin "Der Spiegel" am Samstag.

Die Zeitschrift berief sich dabei auf einen als geheim eingestuften NATO-Bericht von 2015. Insgesamt werde landesweit nur eine der insgesamt 101 Infanterieeinheiten als "bereit für den Kampf" eingestuft, hieß es demnach in dem NATO-Bericht. "Massive Probleme" würden bei 38 Einheiten verzeichnet, während zehn Bataillone mit je etwa 600 Soldaten gar nicht einsatzfähig seien.

Probleme im Süden

Besonders drastisch stelle ein Bericht des NATO-Kommandanten John Campbell die Lage im umkämpften Süden des Landes dar, schrieb der "Spiegel". Bei dem in den Provinzen Kandahar und Zabul stationierten 205. ANA-Korps seien von 17 Bataillonen zwölf nur eingeschränkt einsatzbereit.

Hinzu kämen erhebliche Verluste der Truppe. Im Schnitt habe die afghanische Armee im vergangenen Jahr jeden Tag 22 Soldaten im Kampf verloren – eine Steigerung von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit der hohen Zahl an Deserteuren verliere die Armee jedes Jahr ein Drittel der Soldaten.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hatte sich zuletzt wieder deutlich verschlechtert. Um eine weitere Destabilisierung durch die islamistische Rebellenbewegung der Taliban zu verhindern, verlängert die NATO ihre Präsenz in dem Land. (APA, 9.1.2016)

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