EU-Kommission erlaubt FedEx Übernahme von TNT Express

8. Jänner 2016, 15:38
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Keine Bedenken – Europäische Verbraucher durch die Übernahme nicht benachteiligt

Brüssel – Freie Bahn für eine Milliardenfusion im Paketmarkt: Der US-Logistikriese FedEx darf seinen niederländischen Konkurrenten TNT Express übernehmen. Nach einer gründlichen Wettbewerbsuntersuchung hat die EU-Kommission den Deal gebilligt. Es gebe nach Abschluss der Prüfung keine Bedenken mehr, teilte die Behörde am Freitag in Brüssel mit.

Europäische Verbraucher würden durch die Übernahme nicht benachteiligt, bilanzierte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. In Europa sind die Deutsche Post DHL und der US-Paketdienst UPS die wichtigsten Konkurrenten der beiden Fusionspartner. Im vergangenen Juli hatte die EU-Kommission eine eingehendere Untersuchung eingeleitet.

Die Amerikaner wollen für TNT nach bisherigen Angaben 4,4 Mrd. Euro bezahlen. Ein früherer Versuch von UPS, TNT für 5,2 Mrd. Euro zu übernehmen, war vor drei Jahren an der Ablehnung der EU-Kommission gescheitert. Vestagers Vorgänger Joaquin Almunia hatte befürchtet, dass es nach der Fusion in vielen EU-Staaten nur noch zwei oder drei Anbieter gegeben hätte. "Die Preise wären mit hoher Wahrscheinlichkeit gestiegen", hatte er die Entscheidung begründet.

FedEx in Europa kaum präsent

Im Vergleich zu UPS, deren braune Lieferwagen auch in Österreich zum Straßenbild gehören, ist FedEx in Europa bisher eine kleinere Nummer. Dennoch nahm die EU-Kommission die Pläne genau unter die Lupe. Letztlich stimmte sie dem Zusammenschluss aber ohne Auflagen zu. FedEx-Europachef David Binks zeigte sich "hocherfreut" darüber. Abstimmungen gebe es noch mit den Behörden in China und Brasilien, teilten beiden Unternehmen heute mit.

Weltweit gesehen ist FedEx mit einem Umsatz von mehr als 45 Mrd. US-Dollar im Jahr 2014 deutlich größer als TNT. Die Niederländer kamen auf einen Jahreserlös von 6,7 Mrd. Euro. Während FedEx unter dem Strich zuletzt 2,1 Mrd. Dollar verdiente, steckte TNT mit 195 Mio. Euro in den roten Zahlen. Es war das vierte Verlustjahr nacheinander. Auch 2015 stand bei den Niederländern nach den ersten drei Quartalen ein Minus. (APA, 8.1.2016)

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