FIFA öffnet sich weiter für Videobeweis

8. Jänner 2016, 15:03
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Ligen sollen Varianten ab nächster Saison testen – US-Liga sowie Brasilien und Niederlande haben offiziell für Tests gemeldet

London – Handspiel oder nicht? Strafstoß-würdiges Foul oder Schwalbe? Darüber könnten Fußball-Schiedsrichter bald mit einem Blick auf einen Bildschirm entscheiden. Bereits ab nächster Saison könnten erste Experimente durchgeführt werden, gab die Regelbehörde IFAB (International Football Assocation Board) am Donnerstag nach einer Geschäftssitzung bekannt.

Wie, wo und wann die Feldversuche durchgeführt werden sollen und ob der Videobeweis dann auch wirklich kommt, ist offen. Die Fußball-Regelhüter wollen jedenfalls vor einer möglichen Einführung verschiedene Varianten parallel testen lassen. "Wir wollen alles untersuchen", sagte Lukas Brud vom International Football Association Board (IFAB) am Freitag in London. "Ob es besser ist, das Spiel zu unterbrechen, oder nicht. Ob besser ein Schiedsrichter in einem Van außerhalb des Stadions sitzt oder der Schiedsrichter sich am Spielfeldrand die Bilder anschaut."

Am Vortag hatten die IFAB-Direktoren der Vollversammlung vom 4. bis 6. März in Cardiff eine "starke Empfehlung" ausgesprochen, die Tests zu beschließen. Man gehe davon aus, dass die Tests über zwei, vielleicht sogar drei Saisonen laufen müssten, bevor klar sei, ob Videobeweise eine Verbesserung für das Spiel seien.

"Es kann sein, dass das ganze Prinzip nicht funktioniert, dann werden wir den Riegel vorschieben", betonte Brud. Eine unabhängige Studie solle die Statistiken dazu liefern. Es sollten nur spielentscheidende Szenen überprüft werden, etwa ein Handspiel vor einem Torschuss. Versuche in den Niederlanden hätten gezeigt, dass es um zwei bis drei Szenen pro Spiel gehe und der Spielfluss meist ohnehin unterbrochen sei.

Drei Verbände hätten sich bereits offiziell für Tests gemeldet, sagte Brud – die US-Profiliga Major League Soccer, der brasilianische Fußballverband und der niederländische Verband KNVB, der die Technologie bereits seit längerem teste. Die englische FA wolle Videobeweise in ihrem Cupbewerb ausprobieren. Losgehen solle es schon kommende Saison, wenn die Rahmenbedingungen geklärt seien.

Der Deutsche Fußball-Bund will mit einer Äußerung auf die Entscheidung im März warten. Die grundsätzliche Haltung ist aber klar: Die Deutschen unterstützen die Einführung des Videobeweises. Im November hatte sich etwa Herbert Fandel, der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichter-Kommission, für die Einführung ausgesprochen: "Wir in der Schiedsrichter-Führung sind uns auch einig, dass wir den Weg mitgehen wollen." (APA, 8.1.2016)

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