Hinteregger wechselt zu Gladbach

8. Jänner 2016, 17:17
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ÖFB-Teamspieler wird bis Sommer leihweise zum Tabellenvierten der deutschen Bundesliga transferiert. "Fohlen" haben Kaufoption

Abwehrchef Martin Hinteregger kehrt Fußball-Meister Red Bull Salzburg den Rücken. Der ÖFB-Teamspieler wechselt vorerst auf Leihbasis bis Sommer zum deutschen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher verfügen zudem über eine Kaufoption für den 23-Jährigen. Das gaben die beiden Clubs am Freitagnachmittag bekannt. Die Leihgebühr dürfte im Bereich von 1,5 Mio. Euro liegen.

Sollten die Deutschen den Kärntner fix verpflichten wollen, müssen sie noch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Kaufoption soll im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich angesiedelt sein. Wird sie gezogen, würde Hinteregger zum teuersten österreichischen Spieler der Geschichte avancieren. Bisher hält Aleksandar Dragovic den Rekord, der 2013 für neun Millionen Euro vom FC Basel zu Dynamo Kiew gewechselt war.

Vertrag in Salzburg noch bis 2019

Von der Kaufoption müsste Mönchengladbach allerdings noch vor der EM 2016 in Frankreich Gebrauch machen. Hintereggers Vertrag in Salzburg läuft bis 2019. Der Innenverteidiger war im Herbst aber immer wieder mit Undiszipliniertheiten aufgefallen und vom damaligen Trainer Peter Zeidler zweimal aus dem Kader gestrichen worden.

"Martin Hinteregger hat sich über die Jahre bei uns zu einem ausgezeichneten Spieler entwickelt, der es bis ins Nationalteam geschafft hat", erklärte Salzburgs sportlicher Leiter Christoph Freund. "Wir sind in der jetzigen Situation überzeugt, dass diese Leihe – sowohl sportlich als auch wirtschaftlich – für uns Sinn macht."

Eine Neuverpflichtung im Defensivbereich scheint für die Salzburger derzeit nicht notwendig. Schon im Herbst hatten beim Tabellenführer häufig Duje Caleta-Car und Paulo Miranda die Innenverteidigung gebildet. Mit dem Brasilianer Bernardo wurde bereits kurz vor Weihnachten ein weiterer Abwehrspieler verpflichtet. Dazu stehen auch noch die hoffnungsvollen Talente Asger Sörensen und Dayot Upamecano zur Verfügung.

Hinteregger war am Freitag bereits vor der Bestätigung auf mehreren Fotos im Kurznachrichtendienst Twitter im Mönchengladbach-Trikot abgebildet worden, darunter auf einem mit Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. "Wir sind sehr froh, so ein Toptalent für uns gewonnen zu haben, und dass wir nach der Ausleihe die Möglichkeit haben, den Spieler lange an uns zu binden", sagte dieser.

Nach dem absolvierten Medizincheck reiste Hinteregger noch am Freitag ins Trainingslager seines neuen Clubs nach Belek in die Türkei. Mit dem von einer langwierigen Verletzung genesenen Kapitän Martin Stranzl trifft er bei den "Fohlen" auf einen weiteren Österreicher. "Es ist wichtig, dass er bereits im Trainingslager mit dabei ist", meinte Eberl. "Martin wird uns aufgrund seiner Qualitäten und unserer personellen Situation in der Innenverteidigung sofort helfen können."

17 Punkte hinter Bayern

Die Gladbacher überwintern nach ihrer ersten Champions-League-Teilnahme auf dem vierten Tabellenplatz. Der Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München beträgt zwar bereits 17 Zähler, jener auf den Dritten Hertha BSC Berlin aber nur deren drei. Zum Frühjahrsauftakt am 23. Jänner empfängt Mönchengladbach den Tabellenzweiten Borussia Dortmund.

Hinteregger ist in der Akademie der Salzburger groß geworden. Für die erste Mannschaft absolvierte er bisher 201 Pflichtspiele. Im ÖFB-Team brachte es der Innenverteidiger bis dato auf zehn Einsätze. Im turbulenten Herbst hat er seinen Stammplatz im Team von Marcel Koller an England-Legionär Sebastian Prödl verloren. Diesen möchte sich Hinteregger bis zur EM im Juni in Frankreich wieder erkämpfen.

Mit dem Transfer ist auch das Kontingent österreichischer Spieler in der deutschen Bundesliga noch einmal angewachsen – auf mittlerweile 19 Akteure. In den vergangenen Tagen waren bereits Hintereggers Nationalteamkollege Karim Onisiwo vom SV Mattersburg zu Mainz 05 und Alessandro Schöpf vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg zu Schalke 04 gewechselt. (APA, 8.1.2016)

Derzeit stehen 19 ÖFB-Kicker regelmäßig im Profikader deutscher Oberhaus-Clubs. Ein Überblick:

Bayern München
David Alaba

Borussia Mönchengladbach
Martin Hinteregger, Martin Stranzl

Schalke 04
Michael Gspurning, Alessandro Schöpf

FSV Mainz 05
Julian Baumgartlinger, Karim Onisiwo

1. FC Köln (Trainer Peter Stöger)
Philipp Hosiner

Hamburger SV
Michael Gregoritsch

1. FC Ingolstadt (Trainer Ralph Hasenhüttl)
Lukas Hinterseer, Ramazan Özcan, Markus Suttner

FC Augsburg
Alexander Manninger

SV Darmstadt 98
György Garics

Eintracht Frankfurt
Heinz Lindner

VfB Stuttgart
Martin Harnik, Florian Klein

Werder Bremen
Florian Grillitsch, Zlatko Junuzovic

Nicht berücksichtigt, weil hauptsächlich in der zweiten Mannschaft tätig:
Ivan Lucic (Bayern München), Samuel Radlinger (Hannover 96)

  • Wichtige Option für die Euro 2016: Martin Hinteregger.
    foto: apa/hochmuth

    Wichtige Option für die Euro 2016: Martin Hinteregger.

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