Schweizer Notenbank baute 2015 Milliardenverlust

8. Jänner 2016, 08:38
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Nach Aufgabe des Euro-Mindestkurses – Hauptteil des Verlustes entfiel auf Fremdwährungpositionen

Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses einen Milliardenverlust verbucht. Nach vorläufigen Zahlen stand ein Minus von 23 Mrd. Franken (21,15 Mrd. Euro) zu Buche, wie die Notenbank am Freitag mitteilte.

Die Eigentümer der Zentralbank – wie der Schweizer Bund und die Kantone – sollen für das vergangene Jahr dennoch eine Ausschüttung von einer Milliarde Franken erhalten. Zudem zahle die SNB eine Dividende von 15 Franken je Aktie. Diese ordentliche Ausschüttung erfolgt, weil die Ausschüttungsreserve hoch ist, wie die SNB mitteilte.

Währungsverluste

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt maßgeblich an ihrem milliardenschweren Fremdwährungsportfolio. Als die SNB im Jänner 2015 überraschend ihren Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgab, gewann der Franken im Vergleich zu anderen Währungen sprunghaft an Wert. Das brachte der Notenbank massive Verluste auf ihre vor allem in Euro und Dollar gehaltenen Reserven ein. Im zweiten Halbjahr konnte die SNB diese Verluste teilweise wieder abbauen.

Der Hauptteil des Verlustes entfällt auf Fremdwährungspositionen. Er beläuft sich im Gesamtjahr nach provisorischen Berechnungen auf 20 Mrd. Franken. Beim Goldbestand ergab sich ein Bewertungsverlust von vier Mrd. Franken. Auf den Frankenpositionen resultierte dagegen ein Gewinn von einer Milliarde Franken.

Den Rückstellungen für Währungsreserven weist die SNB rund 1,4 Mrd. Franken zu. Die Rückstellungen und der Jahresverlust von zusammen 24,5 Mrd. Franken sind geringer als die Ausschüttungsreserve von 27,5 Mrd. Franken.

Auf und ab

Der daraus resultierende Bilanzgewinn ermöglicht der Notenbank trotz Jahresverlust eine Dividendenauszahlung von 15 Franken je Aktie sowie eine Ausschüttung von einer Milliarde Franken an Bund und Kantone. Danach beträgt die Ausschüttungsreserve zwei Mrd. Franken.

Dass die Nationalbank den großen Verlust des ersten Halbjahrs zum Jahresende teilweise auswetzen konnte, liegt vor allem an den Währungskursen mit der Abschwächung des Frankens. Im dritten Quartal hatte die Rechnung ins Plus gedreht.

Allein der Gewinn auf Fremdwährungspositionen betrug damals 15,9 Mrd. Franken, insgesamt belief sich der Gewinn auf 16,2 Mrd. Franken. Im ersten Halbjahr hatte die Notenbank 50,1 Mrd. Franken Verlust geschrieben. Nach neun Monaten standen noch 33,9 Mrd. Franken Verlust in den Büchern. Den ausführlichen Jahresbericht und die definitiven Zahlen legt die Nationalbank am 4. März vor, der Geschäftsbericht wird am 24. März publiziert. (APA, 8.1.2016)

  • Der Franken hat im Vorjahr massiv an Wert gewonnen und so die Währungsreserven der Notenbank indirekt abgewertet.
    foto: apa / berg

    Der Franken hat im Vorjahr massiv an Wert gewonnen und so die Währungsreserven der Notenbank indirekt abgewertet.

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