Bischof schreibt an Martin Schulz: Kein Demokratiemangel in Polen

7. Jänner 2016, 19:18
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"Mehrheit der einfachen Bürger meines Landes will eine Veränderung"

Breslau (Wroclaw) – In einem offenen Brief an Martin Schulz, den Präsidenten des Europaparlaments, hat der Bischof der nordwestpolnischen Diözese Wloclawek Kritik an der nationalkonservativen Regierung seines Landes zurückgewiesen. Die Wahl der neuen Regierung bedeute keinen Demokratiemangel in Polen, betonte Wieslaw Mering, der als Sympathisant der regierenden Nationalkonservativen gilt.

Er habe mit "großem Erstaunen und Empörung" gelesen, dass Schulz bei den Vorgängen in Polen von einem "Staatsstreich-Charakter" gesprochen habe."Die Wahl hat gezeigt, dass die Mehrheit der einfachen Bürger meines Landes eine Veränderung will", schrieb der Bischof. Die bisher Regierenden wollten das nicht anerkennen und versuchten unter anderem, das Europaparlament für ihre Zwecke zu nutzen. "Schade, dass nicht auch Sie, wie einst (der französische Staatspräsident Jacques) Chirac sagte, die Gelegenheit verpasst haben, "sich hinzusetzen und zuzuhören"", hieß es in dem auf der Webseite des Bistums veröffentlichten Schreiben. (APA, 7.1.2016)

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