Trio Lepschi: Wiener Dialekt-Hallodris

7. Jänner 2016, 15:19
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Das Dreigespann um den vielseitigen Stefan Slupetzky tritt am Freitag und Samstag im Salzburger Land auf

Stefan Slupetzky ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Nicht nur, dass der 53-jährige Wiener die Lemming-Kriminalromanreihe erfunden hat, mit einem Antihelden, Ex-Kieberer und Nachtwächter, dem bei aller Gutmütigkeit schon mal das Geimpfte aufgeht – Slupetzky schreibt und illustriert auch Kinderbücher: etwa Nurmi, der Weihnachtsbär oder Pechleins Glück. Weiters verfasst der Exlehrer Theaterstücke, darunter Dramatisierungen von Klassikern aus der Feder Stefan Zweigs oder Arthur Schnitzlers.

Schon in den Büchern beweist der vielseitige Autor sein Faible für Morbidität und grotesken Sprachwitz – etwas, das er im tönenden "Nebenjob" noch ungehemmter ausleben kann: Gemeinsam mit Bruder Tomas Slupetzky (Gesang, Gitarre) und dem Lungauer Jazzer und einzigen Profimusiker des Dreigespanns, Martin Zrost (Gesang, Gitarre, Klarinette, Saxofon, Glasorgel) betreibt Stefan Slupetzky (für Gesang, Säge, Glasorgel zuständig) das Trio Lepschi – und steht damit endgültig in der bös-schwarzen Wienerliedtradition eines H. C. Artmann, Kurt Sowinetz oder Helmut Qualtinger.

Wesentlichen Anteil an der Bandgründung hatte seinerzeit Willi Resetarits, der das Trio in seine Sendung Trost und Rat einlud. Es folgten drei Alben, mit links, z tod gfiacht und 2013 Warz und Schweiß: Schüttelreime über die Trinkgewohnheiten der Wiener, über ehrenwerte Banker – musikalisch von Zrost in politisch unkorrekte Wienerlieder, Tango, Blues, Country oder Jazz verpackt.

2015 legten die Lepschis nach: In Himmö ist keine Abkehr vom Wiener Vorstadtschmäh, auch keine Anbiederung an höhere Wesen, sondern eine Geschichtensammlung über die Sehnsucht nach einem Himmel auf Erden, den die Menschheit, so Stefan Slupetzky, nicht hat.

Vertont sind die schwarzhumorigen Texte wie gewohnt mit einer erheblichen Bandbreite stilistischer Elemente: zu den schon erwähnten kommen Bossa Nova (Bossa Lobao), Blues, Chanson sowie Klezmer und traditionelle Volksmusik dazu. Unterhaltsam und zum Schmunzeln ist das Trio Lepschi sowieso. Freitag und Samstag im Salzburger Land zu überprüfen. (dog, 7.1.2016)

8. 1.: Saalfelden, Kunsthaus Nexus, 20.00; 9. 1.: Tamsweg, Schloss Kuenburg / Saal 1, 20.00

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