Hütter sorgt für Schrecksekunde

7. Jänner 2016, 12:27
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ÖSV-Raserin kam bei Sturz in Zauchensee relativ glimpflich davon – Weirather Schnellste vor Schmidhofer

Zauchensee – Tina Weirather hat Bestzeit im ersten Training für die Weltcup-Sprintabfahrt in Zauchensee erzielt. Die Liechtensteinerin war in 1:06,59 Min. um einen Hauch schneller als Österreichs Nicole Schmidhofer. Die aus den USA zurückgekehrte Lindsey Vonn wurde trotz Jetlags vor Lara Gut (SUI) Dritte. ÖSV-Hoffnung Cornelia Hütter kam nach einem Sturz relativ glimpflich davon und mit über 15 Sek. Rückstand als 65. und Letzte ins Ziel.

Damit wurde gerade das aktuelle ÖSV-Speed-Aushängeschild am Donnerstag zum Sorgenfall. Denn die Steirerin war zwar mit anfänglicher Zwischenbestzeit unterwegs gewesen, beklagte nach ihrem Salto in der Kompression aber Rippenschmerzen sowie einen beschädigten Abfahrtsski. Weitergefahren war sie, weil über dem zweiten Training am Freitag wetterbedingt ein kleines Fragezeichen schwebt.

"Verschnitten und ausgehebelt"

"Ich war zu direkt dran, dann hat es mich verschnitten und ausgehebelt. Aber besser heute als am Samstag", sagte Hütter nach ihrem Abflug. Die 23-Jährige ist nach bisher starken Saisonleistungen Dritte im Abfahrtsweltcup, liegt nur zehn Punkte hinter Vonn und der derzeit verletzt pausierenden Schweizerin Fabienne Suter.

Das erste Training ging bei Top-Bedingungen über die Bühne. In der Nacht auf Freitag ist allerdings Schneefall angekündigt, am Wochenende soll es warm werden. Die erste Sprint-Abfahrt in zwei Durchgängen seit 14 Jahren (bei den Damen zuletzt 2002 in Aare) ist nach der kurzfristigen Übernahme der Rennen von St. Anton eine "Notlösung" um den Touristenskibetrieb im oberen Teil möglich zu machen. Das Programm wird Sonntag mit dem Super-G (11.30) abgeschlossen.

Auffällig: Kirchgasser und Dengscherz

Von 13 trainierenden ÖSV-Damen dürfen elf dann auch an den Start gehen. Hoffnung darauf macht sich auch Michaela Kirchgasser. Die Technik-Spezialistin gefiel am Donnerstag als 16. ebenso wie die 19-jährige Tirolerin Dajana Dengscherz als 14.

Kirchgassers gute Argumente für einen Start: "Erstens stelle ich mich nicht so blöd an. Außerdem kenne ich mich mit zwei Durchgängen aus und drittens bin ich dazumal hier mit zarten 16 Jahren österreichische Meisterin in der Spezialabfahrt geworden", warf sie in die Waagschale.

Die Vorbereitung auf den nur drei Tage später stattfindenden Nachtslalom in Flachau, wo Kirchgasser zu den Mitfavoritinnen gehört, sollte ein Abfahrtsstart nicht stören. "Es ist eine gute Abwechslung für meine Birne und am Sonntag habe ich sowieso Pause. Außerdem, bei den Kombis musst du innerhalb eines Tages von Speed auf Slalom umschalten."

Trainingsmeisterin Schmidhofer

Mit Weirather und Schmidhofer lagen zwei Läuferinnen voran, die vor neun Jahren bei der Junioren-WM 2007 in Zauchensee groß abgeräumt hatten. Schmidhofer unterstrich als Zweite, dass sie im Training oft zu den Schnellsten gehört. "Ich hoffe das ändert sich bald und ich bringe das nun bald mal auch im Rennen hin", hofft die Steirerin. (APA, 7.1.2016)

Erstes Abfahrts-Training in Zauchensee:

1. Tina Weirather (LIE) 1:06,59 Min. (86,50 km/h)
2. Nicole Schmidhofer (AUT) +0,06 Sek.
3. Lindsey Vonn (USA) 0,11
4. Lara Gut (SUI) 0,46
5. Viktoria Rebensburg (GER) 0,65
6. Larisa Yurkiw (CAN) und Lotte Smiseth Sejersted (NOR) je 0,83
8. Daniel Merighetti (ITA) 0,88
9. Ramona Siebenhofer (AUT) 0,95
10. Mirjam Puchner (AUT) 0,97

Weiter:
14. Dajana Dengscherz (AUT) 1,08
15. Tamara Tippler (AUT) 1,09
16. Michaela Kirchgasser (AUT) 1,22
24. Elisabeth Görgl (AUT) 1,47
26. Stephanie Venier (AUT) 1,50
29. Stefanie Moser (AUT) 1,62
49. Nina Ortlieb (AUT) 2,36
51. Sabrina Maier (AUT) 2,41
62. Elisabeth Reisinger (AUT) 3,63
65. Cornelia Hütter (AUT) 15,45

  • Glück im Unglück für Conny Hütter.
    foto: afp / philippe desmazes

    Glück im Unglück für Conny Hütter.

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