Anklage nach Tod von Afroamerikanerin in US-Gefängniszelle

7. Jänner 2016, 07:32
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Polizist wird im Fall Sandra Bland Falschaussage vorgeworfen

Chicago – Im Fall der in einer Gefängniszelle im US-Bundesstaat Texas gestorbenen Schwarzen Sandra Bland ist Anklage gegen einen weißen Polizisten erhoben worden. Brian Encinia müsse sich wegen mutmaßlicher Falschaussage verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch am Gericht von Waller County mit. Es gehe um die Aussage, mit der der Polizist begründet hatte, warum er Bland aus ihrem Auto zerrte.

Die Afroamerikanerin war im Juli in der Nähe von Houston von der Polizei angehalten worden, weil sie bei einem Spurwechsel nicht geblinkt hatte. Drei Tage nach ihrer Festnahme wurde die 28-Jährige tot in ihrer Gefängniszelle gefunden. Für die Justizbehörden handelte es sich um Selbstmord, was die Familie bezweifelt.

Video zeigt Streit bei Polizeikontrolle

Auf einem Video von der Festnahme ist zu sehen, wie ein weißer Polizist mit der jungen Frau in einen Streit gerät, in dessen Verlauf sie mit einem Elektroschockgerät bedroht und aus dem Auto gezerrt wird. Festgenommen wurde Bland nach Justizangaben unter dem Vorwurf des Angriffs auf einen Staatsbediensteten. Wie genau der nun angeklagte Encinia rechtfertigte, warum Bland aus dem Auto geholt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Der Fall hatte auch die Debatte über Rassismus und Polizeigewalt in den USA angeheizt. Bland war Mitglied der Organisation Black Lives Matter (Schwarze Leben zählen), die nach mehreren Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze gegründet worden war. (APA, 7.1.2016)

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