Netflix startete in 130 weiteren Ländern

6. Jänner 2016, 22:54
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Streamingdienst war bisher in rund 60 Staaten vertreten

Las Vegas – Der Online-Videodienst Netflix ist am Mittwoch auf einen Schlag in 130 weiteren Ländern gestartet. Damit hat der Dienst fast sein Ziel erfüllt, global verfügbar zu sein. Nur in China gebe es Netflix bisher weiterhin nicht, sagte Gründer Reed Hastings auf der Technikmesse CES in Las Vegas. Das Unternehmen hoffe aber, mit der Zeit auch dort zu starten.

Zu den neuen Netflix-Ländern gehören Indien, Polen, Russland, Nigeria und Aserbaidschan. Hastings sprach von der Geburtsstunde eines globalen Internet-Fernsehsenders. Netflix biete inzwischen Programme in 21 Sprachen an. Am Mittwoch wurden auch zwei chinesische Varianten hinzugefügt.

Kein Netflix in China

China mit seinen politischen Einschränkungen bleibt als Markt aber schwer zu erschließen. Die Lücke füllen lokale Anbieter. In Las Vegas sorgte dieses Jahr bereits der Gründer des manchmal als "Netflix Chinas" bezeichneten Online-Videodiensts Leshi Television, Jia Yueting, für Aufsehen. Er finanziert die Entwicklung eines bei der CES vorgestellten Supersportwagens mit Elektroantrieb.

Netflix investiert massiv in die Produktion eigener Serien und Filme, an denen der Konzern die Rechte hält und die er deshalb nach Belieben in aller Welt zeigen kann. Für dieses Jahr werden Investitionen von rund fünf Milliarden Dollar (4,65 Milliarden Euro) für eigene Programme und den Kauf fremder Inhalte erwartet.

Allein in diesem Jahr sollen 31 Serien und zwei Dutzend Filme und Dokumentationen veröffentlicht werden. Netflix engagierte dafür auch Stars wie Adam Sandler und Angelina Jolie. Die Ausgaben werden zum Teil mit geliehenem Geld finanziert. Hastings hatte zuvor angekündigt, Netflix bis Ende 2016 praktisch überall auf der Welt verfügbar zu machen. Jetzt hieß es, die Krim, Nordkorea und Syrien würden wegen Einschränkungen der US-Regierung weiterhin weiße Flecken auf der Netflix-Landkarte bleiben.

Aktie steigt

Die Netflix-Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem Sprung um mehr als fünf Prozent. Nach dem dritten Quartal vergangenen Jahres hatte der Streamingdienst weltweit 69 Millionen Kunden. Jetzt dürfte sich das Wachstum beschleunigen, Netflix könnte mit der breiteren Kundenbasis auch schneller die Investitionen wieder einspielen.

Bisher war Netflix in rund 60 Ländern vertreten, der Österreich-Start erfolgte im September 2014. Die US-Firma, die mit dem Postversand von DVDs begann, ist einer von mehreren Anbietern, die Filme und Videos im Netz bereitstellen. Ein internationaler Rivale ist Amazon mit seinem Streamingangebot, außerdem gibt es lokale Anbieter. (APA, dpa, 6.1.2016)

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  • Netflix-Chef Reed Hastings (Mitte) hat sein Ziel von globaler Verfügbarkeit fast erreicht.
    foto: standard/sum

    Netflix-Chef Reed Hastings (Mitte) hat sein Ziel von globaler Verfügbarkeit fast erreicht.

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