Massive Finanzhilfe für Griechenland wegen Flüchtlingskrise

6. Jänner 2016, 17:01
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EU und Niarchos-Stiftung zahlen für Versorgung der Flüchtlinge, Zustrom lässt nicht nach

Die griechische Regierung kann zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms in diesem Jahr auf zusätzliche Mittel aus Brüssel, aber auch auf private Geber wie die Stiftung der Reederfamilie Niarchos zurückgreifen. Die EU-Kommission hatte Mitte Dezember 80 Millionen Euro für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen in Hotels, Wohnhäusern und bei Privatpersonen angekündigt. Damit sollen auch 20.000 zusätzliche Wohnplätze finanziert werden.

Die Niarchos-Stiftung hatte im September vergangenen Jahres zunächst die Vergabe von 750.000 Euro und Mitte Dezember dann eine weitere Million Euro zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms im Land beschlossen. Das Geld geht an NGOs in Griechenland, unter anderem an Ärzte ohne Grenzen.

Die zunehmende Flüchtlingskrise in Griechenland mache die wachsenden humanitären Bedürfnisse sichtbar, "ebenso wie das instabile und auf Dauer nicht tragbare Umfeld, das in einem Land geschaffen wurde, das sich müht, diesen benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu helfen, so sehr es kann", erklärte Myrto Xanthopoulou, eine Programmleiterin der Stiftung, dem Standard. Griechenland geht in das achte Jahr einer tiefen Wirtschaftskrise; die Arbeitslosenrate steht unverändert bei 27 Prozent, wei- tere Pensionskürzungen sind auf Druck der Kreditgeber in Vorbereitung.

Dutzende ertrunken

Der Zustrom an Flüchtlingen über die Türkei nach Griechenland hält dabei an. Weitere 2600 Menschen aus Asien, Afrika und dem Bürgerkriegsland Syrien trafen am Dienstag auf Fährschiffen in Piräus ein; sie waren auf den Inseln in der Ostägäis eingesammelt worden. Mindestens 44 Flüchtlinge ertranken zu Wochenbeginn bei der Überfahrt von der türkischen Küste nach Lesbos. Die Flüchtlinge hätten Boote und Schwimmwesten benützt, die nicht funktionstüchtig waren, berichtete der Nachrichtensender CNN Türk. An der Landgrenze am Evros-Fluss griff die griechische Polizei 67 Flüchtlinge auf.

2015 sind rund 850.000 illegale Migranten nach Griechenland gekommen; der Großteil zog weiter nach Norden. 805 Flüchtlinge ertranken beim Versuch der Überfahrt zu den griechischen Inseln. (Markus Bernath aus Athen, 6.1.2016)

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