"Schauplatz" über Tierliebe: Nerzöl für Puppi

7. Jänner 2016, 10:00
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Sonderbare Auswüchse in der Beziehung zwischen Kleintier, Frauerl und Herrl: "Puppi ist der Beste" am Donnerstag in ORF 2

Wien – Puppi wirkt erschöpft. Fünf Stunden hat der Königspudel beim Friseur verbracht. "Er hat Nerzöl bekommen", erzählt Frauerl Annegret Zwiebler. Puppi scheint das nicht zu beeindrucken. Seine Hochwohlgeboren Waddy von der Herbordsburg, kurz: Waddy, Babyaffi, Pablo oder eben Puppi, hat: den Schlafzimmerblick.

foto: orf / nina horowitz
Ein Königspudel sollte eigentlich eine Entourage haben. Deswegen hat seine Hochwohlgeboren Waddy von der Herbordsburg nicht nur ein, sondern gleich zwei Frauerln. Annegret Zwiebler (re.) teilt sich die Obsorge mit ihrer Freundin Britta von Reinprecht.

Bei der Tiermesse in Tulln stehen Hunde und Besitzer geduldig Schlange. Sie möchte bitte nichts Negatives im Fernsehen über Pudel hören oder sehen, sagt eine Ausstellerin drinnen. Sie kürzt gerade einer das Beinhaar. "Wir beurteilen nicht, wir dokumentieren", sagt Reporterin Nina Horowitz.

foto: orf / nina horowitz
Der Tierpräparator Gerhard Blabensteiner aus Zwettl im Waldviertel war so freundlich, ORF-Redakteurin Nina Horowitz in sein Reich zu lassen.

Das bleibt in der Folge Puppi ist der Beste nicht immer ganz einfach, denn im Schauplatz geht es am Donnerstag ab 21.05 Uhr auf ORF 2 um die sonderbaren Auswüchse in der Liebe des Österreichers zu seinem Haustier. Wie in der Reportagereihe üblich, unterbleibt jeder wertende Kommentar, weil den Bildern und Aussagen nichts hinzuzufügen ist.

Während Ulrich Seidl 1995 mit der intimen Darstellung von Mensch-Tier-Beziehungen einen Skandal provozierte, bleibt Horowitz bei Anstand und Sitte. Die Skurrilität des Dargebotenen legt sie durch ein Fragenstakkato frei: "Könnten Sie auch einen bürgerlichen Hund lieben?", "Haben Sie Tiere lieber als Menschen?", "Sind Tiere manchmal angenehmer als Menschen?"

Das Börserl der Besitzer sitzt locker, wenn es gilt, Exquisites für den kleinen Liebling zu erstehen. Das freut die Wiener Geschäftsfrau Andrea Höhn.

Und weil man ja nicht nur Hunde, sondern ganz viel anderes Kleintier liebhaben kann, besucht Horowitz Tiermesse, Tierpräparator und Tierfriedhof und zeigt, was passiert, wenn Menschen Erwartungen, Hoffnungen und Träume allein auf animalische Freunde übertragen.

foto: orf / nina horowitz
Seinen sieben Kilo schweren Stolz wollte Emmerich Bertalan vom Kleintierzuchtverein Neukettenhofen dem "Schauplatz" unbedingt zeigen. Diese Pracht von einem Hahn wurde sogar Europameister.

"Mein Hund ist mein Leben, mein Freund, alles für mich", sagt die Besitzerin eines Windhundes. "Der Hund verrät mich nie." Noch eine Frage: "Wieso müssen Hunde stellvertretend für uns so schön sein?" – "Weil das die Hundebesitzer so wollen." Wie wahr. (prie, 7.1.2016)

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