HDP: Drei kurdische Aktivistinnen in Südosttürkei getötet

6. Jänner 2016, 15:47
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Partei spricht von gezieltem Angriff auf Frauen

Diyarbakir – Bei Kämpfen im Südosten der Türkei sind nach Angaben der prokurdischen Partei HDP drei kurdische Aktivistinnen getötet worden. Die drei HDP-Anhängerinnen sowie ein bisher nicht identifizierter Mann seien in der einer Ausgangssperre unterliegenden Stadt Silopi zunächst angeschossen und schwer verletzt worden, teilte die Partei am Mittwoch mit.

Auf Bitten, die Verletzten in Sicherheit zu bringen, hätten die Behörden nicht reagiert. Alle vier Opfer seien dann ihren Verletzungen erlegen.

Nähere Umstände noch unklar

Die Schüsse wurden demnach am Montagabend abgegeben. Die genauen Umstände des Vorfalls waren aber zunächst unklar. Nicht bekannt war etwa, wer die tödlichen Schüsse abgab. Die türkischen Behörden äußerten sich bisher nicht zu dem Fall. In prokurdischen Medien wurde jedoch betont, dass es sich bei den Opfern um Zivilisten und nicht um Kämpfer gehandelt habe. Die HDP-Co-Vorsitzende Figen Yüksekdag erklärte, es sei "kein Zufall", dass auf drei Frauen gezielt worden sei. "Sie haben auf den Freiheitskampf aller Frauen gezielt", erklärte sie.

Im kurdisch dominierten Südosten der Türkei geht die türkische Armee gegen kurdische Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. Der jahrzehntelange Konflikt der Regierung in Ankara mit der PKK war im Juni wieder eskaliert, der vor drei Jahren eingeleitete Friedensprozess kam zum Erliegen. Kurdischen Aktivisten zufolge wurden bei der jüngsten Offensive bereits dutzende Zivilisten getötet. (APA, 6.1.2016)

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