EZB: Geschäftsmodelle der Banken stärker durchleuchten

6. Jänner 2016, 13:30
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Zentralbank gibt fünf Arbeitsschwerpunkte für das neue Jahr vor

Frankfurt – Die Europäische Zentralbank will im neuen Jahr bei der Bankenaufsicht im Währungsraum vor allem Geschäftsmodelle und Gewinnsituation der Geldhäuser unter die Lupe nehmen. Insgesamt seien für 2016 fünf Schwerpunkte für die Aufsicht festgelegt worden, teilte die EZB am Mittwoch in Frankfurt mit.

"Es bricht nun das zweite ganze Jahr der Bankenaufsicht im Euro-Währungsgebiet an, und wir wollen gleich zu Jahresbeginn offen darlegen, was unsere Tätigkeit leiten wird", erklärte die oberste EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy. Von Land zu Land sei die Relevanz der jeweiligen Themen allerdings unterschiedlich.

Kreditrisiken durchleuchten

Als zweiten Aufsichtsschwerpunkt wollen die Bankenwächter die Kreditrisiken bei den Geldhäusern durchleuchten. Als Folge der Finanzkrise leiden in manchen Euro-Länder immer noch viele Banken unter hohen Beständen ausfallgefährdeter Darlehen.

Zudem will die Aufsicht prüfen, ob die Institute über ausreichend Eigenkapital verfügen. Die Qualität der Daten und die Liquiditätslage seien weitere Hauptthemen. Geplant ist 2016 zudem ein erneuter Stresstest der EZB und des Banken-Regulierers EBA: Allerdings sollen diesmal nur noch 53 Institute auf Herz und Nieren geprüft werden – darunter die zehn größten deutschen Banken. Im Jahr 2014 waren noch 130 europäische Banken dabei, allein 24 aus Deutschland.

Seit Herbst 2014 ist die EZB für die Überwachung der größten Institute im Währungsraum zuständig. Direkt beaufsichtigt sie inzwischen 129 Institute in den 19 Euro-Ländern. (Reuters, 6.1.2016)

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