Köln verschärft Sicherheitsvorkehrungen

5. Jänner 2016, 16:47
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Polizei hat noch "keine Erkenntnisse über Täter" – Warnung vor Generalverdacht gegen Flüchtlinge

Köln/Berlin/Wien – Als Reaktion auf massenhafte Übergriffe auf Frauen vor dem Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht will die Stadt ihre Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen verschärfen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte am Dienstag, die Behörden hätten keine Hinweise, dass es sich bei den Tätern um Flüchtlinge handle. Entsprechende Vermutungen halte sie für "absolut unzulässig".

"Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter", erklärte der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers. Dutzende Frauen sollen in der Silvesternacht auf dem Bahnhofsvorplatz aus einer Gruppe von etwa 1.000 Männern heraus angegriffen worden sein.

Albers kündigte angesichts des bevorstehenden Karnevals an: "Nun werden wir deutlich die Präsenz erhöhen." Die Polizei werde sowohl uniformierte als auch zivile Kräfte einsetzen und mobile Videoanlagen einrichten. Die Zeit für vorbeugende Maßnahmen und überarbeitete Sicherheitskonzepte drängt. Schon Anfang Februar werden zu Weiberfastnacht und Rosenmontag mehrere hunderttausend Besucher erwartet.

Auch Merkel fordert harte Maßnahmen

Nach den massiven Überfällen haben auch andere Politiker parteiübergreifend ein konsequentes Durchgreifen der Behörden gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte nach Angaben eines Regierungssprechers in einem Telefonat mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Dienstag "ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus", die nach einer harten Antwort des Rechtsstaats verlangten.

Es müsse alles daran gesetzt werden, die Schuldigen so schnell und so vollständig wie möglich zu ermitteln und ohne Ansehen ihrer Herkunft oder ihres Hintergrundes zu bestrafen. Zeugen zufolge sahen die Verdächtigen nordafrikanisch und arabisch aus. (APA, dpa, 5.1.2016)

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