Enkel von Ayatollah Khomenei verwirkt Recht auf Wählbarkeit

5. Jänner 2016, 16:20
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43-jähriger Reformer nicht bei theologischer Prüfung erschienen

Teheran – Bei der Wahl zum Expertenrat im Iran hat Hassan Khomeini, ein Enkel des Republikgründers Ayatollah Ruhollah Khomeini, offenbar sein passives Wahlrecht verwirkt. Laut iranischen Medienberichten nahmen am Dienstag rund 400 Kandidaten an einer Vorprüfung in der Stadt Ghom teil, nicht jedoch der 43-jährige Hassan Khomeini, der als Reformer gilt.

Wer an der theologischen Prüfung nicht teilgenommen habe, erfülle nicht die Vorbedingungen, um Kandidat für den Expertenrat zu sein, sagte Siamak Rah-Peik von der Wahlkommission. Die Kandidaten seien über die Medien und die Homepage der Veranstalter über den Termin der Prüfung informiert worden. Ein Vertrauter Khomeinis, sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Ima, dieser habe keine Einladung zu der Prüfung erhalten. Zur Zeit der Prüfung habe er Theologie-Unterricht erteilt.

Hassan Khomeini zählt zum Umfeld des früheren reformerischen Präsidenten Mohammed Khatami. Der Expertenrat, der zur Zeit 86 Mitglieder hat, kann das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik ernennen und auch wieder absetzen. Das Amt hat derzeit der 76-jährige Ayatollah Ali Khamenei inne. Die Wahl des Expertenrates soll im Februar zusammen mit Parlamentswahl abgehalten werden. (APA, 5.1.2016)

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