Rom will Privaten historische Bauwerke zur Restaurierung anvertrauen

5. Jänner 2016, 12:40
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Laut Zeitung für Zeitraum von bis zu sieben Jahren – Wegen hoher Schulden setzt Stadt zunehmend auf privates Engagement

Rom – Die hoch verschuldete Stadtgemeinde Rom will Privatpersonen oder Unternehmen acht Monumente für einen befristeten Zeitraum von bis zu sieben Jahren anvertrauen. Im Gegenzug sollen diese die Monumente restaurieren. Dies geht aus einem Plan des römischen Denkmalschutzes hervor, wie die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Dienstag berichtete.

Zu den römischen "Juwelen", die Privaten anvertraut werden sollen, damit sie diese unter anderem für Events oder Werbung nutzen können, zählt demnach etwa die Fontana Paola, ein barocker Brunnen auf dem Gianicolo-Hügel, der 1610 bis 1612 auf Veranlassung von Papst Paul V. errichtet wurde. Außerdem gehe es unter anderem um das Marcellus-Theater zwischen dem Fluss Tiber und dem Kapitol, dessen Bau durch den römischen Kaiser Augustus wahrscheinlich vor dem Jahr 17 vor Christus vollendet wurde. Für die Restaurierung dieses Theaters sind mindestens 7,5 Millionen Euro notwendig.

Die Stadt Rom will so auch Teile der Pferdeställe der Villa Torlonia, sowie den Bogen der vier Winde am Eingang der Villa Doria Pamphilj restaurieren lassen. Auf der Liste stehen überdies noch zwei renovierungsbedürftige Pavillons aus dem 16. Jahrhundert, die zur Villa Aldobrandini im Zentrum der Ewigen Stadt gehören.

Hilfe privater Mäzene

Rom setzt immer mehr auf die Hilfe privater Mäzene, um seine Kunstschätze zu erhalten. Dank einer Spende des Emirats Kuwaits von über zwei Millionen Euro soll die Ludus Magnus, die größte der vier bekannten Schulen für Gladiatoren in Rom, zu neuem Leben erwachen. Die Gladiatorenschule, die unter Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.) in einer Senke zwischen den Hügeln Esquilin und Caelius errichtet wurde, soll restauriert und der unterirdische Gang, der das Gebäude mit dem Kolosseum verband, wiedergeöffnet werden.

Die Stadt Rom hat auch einen Mäzen für das Mausoleum des Augustus gefunden, das seit 80 Jahren nicht mehr besichtigt werden kann. Ein US-Magnat und Kunstliebhaber aus Philadelphia habe sich zu Investitionen bereit erklärt, um das Mausoleum wieder zu eröffnen, berichtete "Il Messaggero". Demnach wolle er zwölf Millionen Euro für die Restaurierung des vernachlässigten Kulturguts zur Verfügung stellen. (APA, 5.1.2016)

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