Frankenschock: Schweizer kauften auswärts ein

5. Jänner 2016, 10:51
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Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses kauften deutlich mehr Schweizer im Ausland ein, heuer soll es besser werden

Zürich – Der Schweizer Einzelhandel hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Schuld daran haben vor allem zwei Entwicklungen. Einerseits kauften seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses deutlich mehr Schweizer im Ausland ein. Andererseits trübte sich die Konsumentenstimmung ein. 2016 soll es besser werden.

Die Einzelhandelsumsätze sanken 2015 in der Schweiz laut einer Studie der Credit Suisse vom Dienstag um rund 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist eine deutliche Verschlechterung zum Jahr 2014, als die Verkaufserlöse um rund 1,1 Prozent zugelegt hatten.

Zu dieser Entwicklung haben hauptsächlich vier Effekte beigetragen: Negativ schlugen seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Jänner 2015 die markant ausgeweiteten Auslandseinkäufe der Schweizer Bevölkerung zu Buche. Außerdem drückten im Jahresverlauf die Griechenland-Krise und die sich häufenden Meldungen zu Stellenreduktionen in der Schweiz auf die Konsumentenstimmung.

Höhere Kaufkraft

Allerdings führte die Wechselkursentwicklung auch dazu, dass die Schweizer Konsumenten über eine höhere Kaufkraft verfügten und sich somit mehr Produkte leisten konnten. Zudem wuchs die Bevölkerung der Schweiz wiederum leicht, was ebenfalls für höhere Einzelhandelsumsätze sorgte.

Der vermehrte Einkaufstourismus sowie die Verschlechterung der Konsumentenstimmung überlagerten jedoch unter dem Strich die positiven Effekte bei der Kaufkraft und beim Bevölkerungswachstum, so dass die Nachfrage im Einzelhandel insgesamt um besagte 0,4 Prozent rückläufig war.

Für 2016 rechnet die Credit Suisse mit einer Zunahme des nominellen Umsatzes im Schweizer Einzelhandel von 0,3 Prozent, obwohl der Wechselkurs zum Euro noch bei 1.10 je Franken verharren dürfte. Dank des etwas höheren verfügbaren Einkommens und der sich nur leicht abschwächenden Nettozuwanderung erwarten die Experten, dass sich die Nachfrage 2016 deutlich besser entwickeln wird als 2015. Und dies vor dem Hintergrund, dass sich die Stimmung unter den Konsumenten kaum markant aufhellt und der Einkaufstourismus auf hohem Niveau bleibt. (APA, 5.1.2015)

  • Eigentlich führte die Wechselkursentwicklung auch dazu, dass die Schweizer Konsumenten über eine höhere Kaufkraft verfügten.
    foto: epa/kefalas

    Eigentlich führte die Wechselkursentwicklung auch dazu, dass die Schweizer Konsumenten über eine höhere Kaufkraft verfügten.

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