Mindestens zehn Opfer bei Anschlägen in Kabul

4. Jänner 2016, 18:13
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Zwei Attentate binnen weniger Stunden nahe Flughafen – Tote und Verletzte bei Anschlag vor Wohnkomplex

Kabul – Die afghanische Hauptstadt Kabul ist am Montag binnen weniger Stunden von zwei Anschlägen erschüttert worden. Bei einer gewaltigen Explosion in der Nähe des Flughafens wurden nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen verletzt oder getötet. Ein mit Sprengstoff beladener Kleinlaster sei in der Nähe von Camp Baron detoniert, einem schwer bewachten Wohnkomplex für technisches Personal.

Dieser liegt ganz in der Nähe der Stelle, an der sich wenige Stunden zuvor ein Selbstmordattentäter in seinem Auto in die Luft gesprengt hatte. Nach Polizeiangaben zündete der Mann seinen Sprengsatz vorzeitig, nachdem er von Sicherheitskräften bei einem Kontrollpunkt in der Nähe des Flughafens entdeckt worden war. Außer dem Täter habe es keine weiteren Opfer gegeben.

Anschlag auf Restaurant

Wie viele Menschen bei dem zweiten Anschlag ums Leben kamen beziehungsweise verletzt wurden, war zunächst nicht klar. Der Sprengsatz sei vor dem Tor zu dem Wohnkomplex detoniert, teilte die Polizei mit. Auf dem Gelände selbst sei offenbar nichts geschehen.

Kabul wird seit den Bemühungen um die Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Regierung und den radikal-islamischen Taliban wieder verstärkt von Selbstmordanschlägen heimgesucht. Zuletzt war am Freitag bei einem Anschlag auf ein bei Ausländern und wohlhabenden Afghanen beliebtes Restaurant in Kabul ein zwölfjähriges Kind getötet worden. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden dabei verletzt.

Auch in anderen Landesteilen hält die Konfrontation zwischen Regierung und Aufständischen an. Im nordafghanischen Mazar-i-Sharif belagerten Sicherheitskräfte ein Gebäude, in dem sich bewaffnete Aufständische verschanzt hielten. Sie hatten zuvor versucht, in das indische Konsulat einzudringen. Die Schusswechsel zwischen Spezialkräften der afghanischen Armee und den Angreifern dauerten seit der Nacht an. Provinzgouverneur Atta Mohammed Noor machte "Feinde von Frieden und Stabilität" für den Angriff verantwortlich.

Am 11. Jänner wollen sich Diplomaten aus Afghanistan, Pakistan, den USA und China in Pakistan treffen, um Gespräche mit den Aufständischen vorzubereiten. Die Nato hat ihren Kampfeinsatz in Afghanistan vor rund einem Jahr beendet. (APA, Reuters, 4.1.2016)

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