Mindestens zehn Opfer bei Anschlägen in Kabul

5. Jänner 2016, 00:01
2 Postings

Zwei Attentate binnen weniger Stunden nahe Flughafen – Tote und Verletzte bei Anschlag vor Wohnkomplex

Kabul – Die afghanische Hauptstadt Kabul ist am Montag binnen weniger Stunden von zwei Anschlägen erschüttert worden. Bei einer gewaltigen Explosion in der Nähe des Flughafens wurden nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen verletzt oder getötet. Ein mit Sprengstoff beladener Kleinlaster sei in der Nähe von Camp Baron detoniert, einem schwer bewachten Wohnkomplex für technisches Personal.

Dieser liegt ganz in der Nähe der Stelle, an der sich wenige Stunden zuvor ein Selbstmordattentäter in seinem Auto in die Luft gesprengt hatte. Nach Polizeiangaben zündete der Mann seinen Sprengsatz vorzeitig, nachdem er von Sicherheitskräften bei einem Kontrollpunkt in der Nähe des Flughafens entdeckt worden war. Außer dem Täter habe es keine weiteren Opfer gegeben.

Wie viele Menschen bei dem zweiten Anschlag ums Leben kamen beziehungsweise verletzt wurden, war zunächst nicht klar. Der Sprengsatz sei vor dem Tor zu dem Wohnkomplex detoniert, teilte die Polizei mit. Auf dem Gelände selbst sei offenbar nichts geschehen.

Kabul wird seit den Bemühungen um die Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Regierung und den radikal-islamischen Taliban wieder verstärkt von Selbstmordanschlägen heimgesucht. Zuletzt war am Freitag bei einem Anschlag auf ein bei Ausländern und wohlhabenden Afghanen beliebtes Restaurant in Kabul ein zwölfjähriges Kind getötet worden. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden dabei verletzt.

Belagerung nahe indischem Konsulat in Nordafghanistan beendet

Afghanische Soldaten haben am Montagabend in Mazar-i-Sharif mehrere Aufständische getötet, die das indische Konsulat angegriffen und sich in einem nahe gelegenen Gebäude verschanzt hatten. Die Armee habe eine 24-stündige Belagerung beendet, sagte der Vize-Polizeichef der Provinz Balch im Norden des Landes.

Drei bewaffnete Männer hätten sich in einem großen Haus versteckt, nachdem sie am Sonntagabend erfolglos versucht hätten, das Konsulat zu stürmen. Die Soldaten lieferten sich heftige Gefechte mit den Angreifern. Acht Soldaten wurden dabei verletzt.

Ermittlungen liefen, um herauszufinden, wer hinter dem Angriff stecke, sagte der Vize-Polizeichef. Der Provinzgouverneur Atta Mohammed Nur machte "Feinde von Frieden und Stabilität" für den Angriff verantwortlich. Das Gebiet sei abgeriegelt. "Die Angreifer wurden getötet", teilte er auf Facebook mit. Der indische Botschafter erklärte, die Beschäftigten des Konsulates seien alle in Sicherheit.

Am 11. Jänner wollen sich Diplomaten aus Afghanistan, Pakistan, den USA und China in Pakistan treffen, um Gespräche mit den Aufständischen vorzubereiten. Die Nato hat ihren Kampfeinsatz in Afghanistan vor rund einem Jahr beendet. (APA/Reuters, 4.1.2016)

Share if you care.