Gesundheitsreferent für Bonus-System

4. Jänner 2016, 14:37
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Wer regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnimmt, soll von Reduktion der Beiträge profitieren

Salzburg – Salzburgs Gesundheits- und Spitalreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) spricht sich für ein Bonus-System in der Gesundheitsvorsorge aus. Um ein breites und nachhaltiges Vorsorgesystem zu etablieren, sollten auch die gesetzlichen Sozialversicherungen in die Gesundheit ihrer Versicherten investieren, bevor sie die Heilung der Krankheiten bezahlen müssten, erklärte er am Montag in einer Aussendung.

Besser als Appelle an die Vernunft

"Die Erfahrungen, wie etwa bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft zeigen, dass das mit einem Bonus-System funktionieren kann: Wer regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnimmt, profitiert von einer Reduktion der Beiträge beziehungsweise einer Gutschrift", erläuterte Stöckl, der auch Finanzreferent des Landes Salzburg ist. Bei vielen Menschen würden finanzielle Anreize mehr bewirken als Appelle an die Vernunft, verwies der Politiker auf den bewährten Mutter-Kind-Pass.

Gegen Gratis-Versorgung

Das generelle Bonus-System solle nach der Devise: "Wer auf seine Gesundheit achtet, wird belohnt" etabliert werden, meinte Stöckl. Vor allem in der Gesundheitsvorsorge hätten die Menschen die Möglichkeit, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun und das persönliche Risiko einer Krankheit zu minimieren. Ziel müsse es deshalb sein, möglichst viele Bürger für Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren. Stöckl zeigte aber kein Verständnis für eine Gratis-Versorgung, also dass Gesundheit nichts kosten darf. "Gratis ist gar nichts."

Hälfte in Ambulanzen fehl am Platz

Denn letztendlich würden das die Steuerzahler bezahlen, meinte der Gesundheitsreferent. Stöckl bekräftigte auch erneut seine Forderung nach einer Ambulanzgebühr. Patienten sollten nur dann in Hochtechnologie-Einrichtungen mit kostspieliger Infrastruktur behandelt werden, wenn dies in anderen Bereichen des Gesundheitssystems nicht mehr möglich sei. Laut Statistik seien 50 Prozent aller Patienten in den Ambulanzen fehl am Platz und bei den niedergelassenen Ärzten besser aufgehoben, betonte Stöckl. (APA, 4. 1. 2016)

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