IS greift libyschen Ölhafen Sidra an

4. Jänner 2016, 15:16
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Augenzeugen berichten von Gefechten mit Wachmannschaften – Tobruker Regierung setzt Luftwaffe ein

Bengasi – Die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) versucht den libyschen Ölhafen Sidra unter ihre Kontrolle zu bringen. IS-Kämpfer hätten sich am Montag in der Nähe des größten Terminals Gefechte mit Wachmannschaften geliefert, berichteten Augenzeugen und Soldaten am Montag. Mehrere Selbstmordattentäter griffen das Öllager an, ein Tank mit Rohöl ging in Flammen auf.

Die Luftwaffe der international anerkannten Regierung in Tobruk habe die Attacke nahe des Hafens Sidra am Montag vereitelt, sagte ein Sprecher. Bereits im Oktober hatte der IS die Anlage mit einer Autobombe attackiert.

Hafen geschlossen

Die Häfen in Sidra und im benachbarten Ras Lanuf sind seit mehr als einem Jahr wegen der Machtkämpfe nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi geschlossen. Der IS kontrolliert die Küstenstadt Sirte und hat seine Präsenz im Land ausgeweitet. Anders als in Syrien konnte er in Libyen aber noch keine Ölanlagen einnehmen.

Offiziell war zunächst keine Auskunft zu erhalten, wie nahe am Ölverladeterminal sich die Kämpfe in Sidra abspielen. Die UN gehen davon aus, dass der IS 2.000 bis 3.000 Kämpfer in Libyen hat, die meisten davon in Sirte.

Die zwei rivalisierenden Regierungen in Libyen hatten im Dezember einen UN-Friedensplan für das Land unterzeichnet. Er sieht die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vor.(Reuters,APA, 4.1.2015)

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