Uni-Budget: Größte und kleinste Uni mit hoher Steigerung

4. Jänner 2016, 11:32
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Uni Wien bringt Islamische Theologie auf Schiene

Wien – In der neuen Leistungsvereinbarungsperiode 2016 bis 2018 verzeichnen mit der Donauuni Krems und der Uni Wien die kleinste und die größte Uni im Vergleich hohe Budgetsteigerungen. Im Schnitt wuchs das Budget der Universitäten (ohne Bau- und Medizinkosten) um 6,8 Prozent gegenüber der vorangegangenen Periode 2013 bis 2015, zeigt eine Aufstellung des Wissenschaftsministeriums.

Geringstdotierte Uni

Die Donauuni kommt aufgrund des Aufbaus ihrer neuen PhD-Programme auf ein Plus von fast 20 Prozent, läuft dabei aber ein wenig außer Konkurrenz: Einerseits darf sie anders als die anderen Unis nicht an der Ausschüttung späterer Hochschulraum-Strukturmittel teilnehmen, andererseits ist sie mit einer Gesamtausschüttung von 30,2 Millionen Euro über die drei Jahre die mit Abstand geringstdotierte Uni – wodurch sich die absolute Steigerung um fünf Millionen Euro prozentuell höher niederschlägt.

Hohe Zuwächse

Hohe Zuwächse verzeichneten auch die Universität für angewandte Kunst (neun Prozent auf 114 Millionen Euro), die Medizinuni Wien (8,3 Prozent auf 1,06 Milliarden) und die Uni Wien (acht Prozent auf 1,21 Milliarden). Angewandte und Uni Wien profitierten dabei vor allem von einer überdurchschnittlichen Steigerung der Zahl der prüfungsaktiven Studenten bzw. der Studienabschlüsse. Das höhere Plus der Medizinuni Wien ist zu einem guten Teil auf die höheren Ärztekosten zurückzuführen, die hier voll vom Bund getragen werden. Deutlich geringere Steigerungen als im Schnitt weisen die Medizinuni Graz (3,5 Prozent auf 344 Millionen) sowie die Uni Klagenfurt (4,8 Prozent auf 168 Millionen) auf.

Bau- und Sanierungskosten

Etwas anders sieht die Statistik aus, wenn man die Kosten für Bau- bzw. Sanierungsvorhaben sowie das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz an den Medizin-Unis und die Aufwendungen für die Medizinische Fakultät an der Uni Linz berücksichtigt. Dann kämen die Medizinuni Graz bzw. die Angewandte aufgrund von Baumaßnahmen auf die höchste Steigerung, gefolgt von der Donauuni und der Uni Linz (Kosten für Medizinfakultät).

Effizienzsteigerung übererfüllt

Die Vorgabe des Finanzministeriums zur "Effizienzhebung" in der Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro wurde von den Unis mit 313 Millionen übererfüllt: Die Hochschulen mussten dabei Ausgaben umschichten – was sie durch Einsparmaßnahmen hereinholten, durften sie in voller Höhe an anderer Stelle einsetzen.

Uni Wien führt islamisches Theologiestudium ein

In den Leistungsvereinbarungen wurde etwa für die Uni Wien ein Pfad zur Etablierung einer islamisch-theologischen Ausbildung festgelegt. Die Einführung des islamischen Theologiestudiums mit "insgesamt bis zu sechs Stellen für Lehrpersonal" ist im Islamgesetz 2015 vorgesehen. Einen konkreten Zeitplan dafür nannte man an der Uni nicht. Vor der Besetzung der Stellen ist laut Gesetz "mit den Religionsgesellschaften in Fühlungnahme über die in Aussicht genommene Person zu treten, wobei im theologischen Kernbereich darauf Bedacht zu nehmen ist, dass es sich um Anhänger der in der jeweiligen nach diesem Bundesgesetz anerkannten Religionsgesellschaft vertretenen Glaubenslehre (Rechtsschule, Glaubensströmung) handelt". Derzeit existiert an der Uni Wien eine thematisch ähnlich gelagerte Professur für Islamische Religionspädagogik.

Wasserbaulabor an der Boku

An der Technischen Universität Wien wird am Atominstitut bis 2018 ein Physikcluster fertiggestellt, an der Universität für Bodenkultur ein Wasserbaulabor. In Graz werden Kooperationsprojekte der einzelnen Unis wie Biotechmed (Uni Graz, TU Graz, Medizinuni Graz) und Nawi Graz (Uni Graz und TU Graz) ausgebaut. An der Uni Klagenfurt soll ein "One-to-one-Mentoring-Programm" für ausgewählte Nachwuchswissenschafter realisiert werden.

"Wir haben an den Universitäten kein Sparpaket realisiert, sondern jede der 22 Universitäten hat Budgetsteigerungen", erklärtet Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) in einer Stellungnahme. Man müsse mit den vom Steuerzahler zur Verfügung gestellten Ressourcen effizient umgehen: "Ich kann nicht Beliebigkeit dadurch herstellen, dass ich sage, für jeden alles." Bei den Verhandlungen mit den Unis habe man "gezielt auf Strukturschärfungen, Effizienzsteigerungen und Profilbildung gesetzt". (APA, 4.1.2016)

  • Die Uni Wien profitiert finanziell vor allem von einer überdurchschnittlichen Steigerung der Zahl der prüfungsaktiven Studenten.
    foto: apa / roland schlager

    Die Uni Wien profitiert finanziell vor allem von einer überdurchschnittlichen Steigerung der Zahl der prüfungsaktiven Studenten.

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    grafik: apa
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