"Mozart in the Jungle" I und II auf Amazon Prime: Taktstock statt Skalpell

3. Jänner 2016, 16:40
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"Ich sehe schon die Golden Globes!" – Autorin und Produzent bauen eine neue Serie

Produzent: Wir brauchen eine neue Arztserie, Grey's Anatomy hat sich totgelaufen.

Autorin: Sehe ich auch so ... ich hätte da eine Idee mit einem jungen Chirurgen: geniales Enfant terrible, kommt neu an ein Krankenhaus, verdrängt den alten Primar, der aber im Aufsichtsrat gegen ihn intrigiert ...

Produzent: Ja! Ich sehe schon Malcolm McDowell vor mir!

Autorin: Hää? Der Fiesling aus Clockwork Orange?

Produzent: Kultivierter Fiesling, bitte!! Habe ihn gestern in der Pause bei den New Yorker Philharmonikern gesehen.

Autorin: Aha ... na gut, und dann ist da diese Anästhesistin, die dem Neo-Primar verfällt ...

Produzent: Vergiss es! Ich habe eine Vision! Wir sollten lieber irgendwas mit einem Orchester machen. Taktstock statt Skalpell! Symphonie statt Notoperation! Brennende Leidenschaft statt Wundbrand!

Autorin: Na gut: Musikerklischee statt Ärzteklischee ... Jungdirigent, eine Mischung aus David Garrett, Nigel Kennedy und Amadeus von Milos Forman, bringt schüchterne Oboistin um den Verstand ...

Produzent: Gael García Bernal! Sexy und geheimnisvoll!

Autorin: Warum nicht!? Kleiner Mexikaner kommt ins große New York, macht aus einem drittklassigen ein erstklassiges Orchester. Intrigen, Affären, die üblichen Quotenbringer à la Dallas, Denver Clan und Revenge ...

Produzent: Ja! Wir nennen das Mozart in the Jungle! Ich sehe schon die Golden Globes!

Autorin: Ich fürchte bloß, dass Bernal beim Dirigieren so peinlich aussieht wie ein Landeshauptmann vor der Blasmusikkapelle bei der Eröffnung einer Landwirtschaftsmesse.

Produzent: Egal! Er kommt bei den Frauen gut an, und die Musik ist super. Das reicht für zwei Staffeln. Mindestens! (Gianluca Wallisch, 3.1.2016)

  • Gael García Bernal in "Mozart in the Jungle".
    foto: amazon prime

    Gael García Bernal in "Mozart in the Jungle".

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