Brandanschlag: Zwei Israelis wegen Mordes angeklagt

3. Jänner 2016, 14:03
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Tötung von Baby sorgte international für Entsetzen

Jerusalem – Die israelische Staatsanwaltschaft hat zwei jüdische Bürger wegen eines tödlichen Brandanschlags auf eine palästinensische Familie angeklagt. Ein 21-jähriger Siedler werde des dreifachen Mordes aus rassistischen Motiven beschuldigt und ein Minderjähriger der Beihilfe zu Mord, teilten die Behörden am Sonntag mit. Die Angeklagten müssen sich vor einem Gericht in Lod bei Tel Aviv verantworten.

Bei dem Anschlag im Westjordanland im Juli waren ein 18 Monate alter Bub und seine Eltern getötet worden. Dies trug zu den schwersten Unruhen in den Palästinenser-Gebieten seit Jahren bei und sorgte international für Entsetzen. Die Behörden hatten die Tat als "israelischen Terrorismus" bezeichnet.

Laut der Generalstaatsanwaltschaft hatten sich die beiden Angeklagten verschworen, um den Tod eines im Juni von Palästinensern erschossenen Israelis zu rächen. Dem 17-jährigen Angeklagten wird zudem vorgeworfen, im Mai 2014 an einem Brandanschlag auf die Dormitio-Abtei in Jerusalem beteiligt gewesen zu sein. Wegen dieses Anschlags sowie wegen eines Angriffs auf die Brotvermehrungskirche am See Genezareth im Juni wurden auch zwei weitere Israelis vor demselben Gericht wegen terroristischer Aktivitäten gegen Araber und ihren Besitz angeklagt.

Die Verteidigung wies die Anschuldigungen zurück. Ihre Mandanten seien unter Folter zu falschen Geständnissen gezwungen worden, erklärten die Anwälte. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der Inlandsgeheimdienst Shin Beth bestritten dies.

Die Palästinenser werfen Netanyahu vor, mit seiner Siedlungspolitik Gewalt im Westjor0danland zu schüren. Erst kürzlich sorgte ein Video für Aufsehen, das im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Es zeigt offensichtlich jüdische Fanatiker, die das tote Kind verhöhnen. Netanyahu hatte dies scharf verurteilt und erklärt, die TV-Bilder zeigten das wahre Gesicht einer Gruppe, die eine Gefahr für die Gesellschaft und die Sicherheit des Landes darstellten.

In den vergangenen Monaten ist die Gewalt in dem Konflikt wieder eskaliert. Es kam vermehrt zu Überfällen von Palästinensern auf Israelis. Häufig sind es Messerattacken, es kam aber auch zu Angriffen mit Schusswaffen und Autos. Dabei wurden 21 Israelis und ein US-Bürger getötet. Auf palästinensischer Seite starben mindestens 132 Menschen, 82 davon waren nach israelischer Darstellung Attentäter. (APA, 3.1.2016)

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