Zweijähriger bei Havarie von Flüchtlingsboot vor Griechenland gestorben

3. Jänner 2016, 08:03
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Fischer zogen die Leiche vor der Insel Agathonisi aus dem Wasser, 39 Insassen wurden gerettet

Athen – Ein Zweijähriger ist das erste bekannte Todesopfer der Flüchtlingskrise in der Ägäis in diesem Jahr. Fischer hätten die Leiche vor der griechischen Insel Agathonisi aus dem Wasser gezogen, teilte die Küstenwache am Samstag mit. Das überfüllte Boot war demnach vor der Insel auf Felsen aufgelaufen.

Die anderen 39 Insassen, darunter die Mutter des Kindes, wurden in einer gemeinsamen Rettungsaktion der Küstenwache und der Hilfsorganisation Migrant Offshore Aid Station (MOAS) gerettet. Die Nationalität des Buben und der weiteren Bootsflüchtlinge war zunächst unbekannt. Die Überlebenden wurden in die Hafenstadt Pythagorio auf der nahen Insel Samos gebracht, zehn von ihnen wurden wegen Unterkühlung ins Krankenhaus eingeliefert.

"Nichts kann uns auf die schreckliche Wirklichkeit vorbereiten, die sich gerade abspielt", erklärte der Gründer der MOAS-Stiftung, der US-Unternehmer Christopher Catrambone. "Heute standen wir vor einem der jüngsten Opfer dieser anhaltenden Flüchtlingskrise." Dies sei eine "tragische Erinnerung an die tausenden Menschen", die bei der Flucht ums Leben gekommen sind.

Mehr als 3.600 Tote

Trotz der Kälte und heftiger Wellen versuchen weiterhin viele Flüchtlinge, von der Türkei aus über die Ägäis in das EU-Mitglied Griechenland zu gelangen. Im vergangenen Jahr waren rund eine Million Flüchtlinge nach Europa gelangt, mehr als 3.600 Menschen starben bei dem Versuch.

Anfang September war das ertrunkene syrische Flüchtlingskind Aylan Kurdi zum Sinnbild für die Flüchtlingskrise geworden. Das Bild von der kleinen Leiche des Dreijährigen, die an der türkischen Küste angeschwemmt wurde, ging um die Welt. (APA, 3.1.2016)

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