Prolog von Unfall überschattet, mehrere Verletzte

3. Jänner 2016, 14:21
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Chinesische Pilotin rast mit ihrem Mini in eine Gruppe von Zuschauern

Rosario – Ein Unfall mit 13 verletzten Zuschauern hat den Prolog zur Rallye Dakar in Argentinien überschattet. Der Mini Cooper der chinesischen Pilotin Guo Meiling kam am Samstag in Arrecifes während des elf Kilometer langen und ungewöhnlich schnellen Auftakts von der Strecke ab und raste in eine Gruppe von Fans, wie der Veranstalter mitteilte.

Die Nachrichtenagentur Telam berichtete von 13 verletzten Zuschauern. Alle Verletzten – acht Erwachsene und fünf Minderjährige – seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Meiling, eine 47-jährige Geschäftsfrau, die für das deutsche Team X-raid fährt, blieb unverletzt. Der Mini mit der Startnummer 360 (320 PS) wurde von der Polizei untersucht.

"Von einer Sekunde auf die andere wurde es von einer Party zur Hölle", sagte der argentinische Rennfahrer und Zeuge des Unfalls, Agustin Canapino, im Radio. "Die Pilotin ist gesprungen und beim Aufprall hat sie die Kontrolle über das Auto verloren und ist in die Leute gerast. Es war ein Albtraum."

Toyota vor Peugeot

Zuvor hatten sich die favorisierten Minis gute Startpositionen für die erste Etappe erarbeitet. Beim elf Kilometer langen Prolog kam Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah (Katar) mit seinem französischen Co-Piloten Matthieu Baumel nach 6:13 Minuten ins Ziel. Al-Attiyah startet damit von Position vier in die erste Etappe am Sonntag, die über 662 km (258 km Wertungsprüfung) von Rosario nach Villa Carlos Paz führt.

Für die Bestzeit sorgte der Niederländer Bernhard Ten Brinke im Toyota (6:08) vor dem Spanier Carlos Sainz (Peugeot/6:11) und dem Ford-Piloten Xavier Pons (Spanien/6:12). Die Mini-Piloten Nani Roma (Spanien) als Sechster und Dakar-Debütant Mikko Hirvonen (Finnland/beide 6:15) als Siebter fuhren ebenfalls in die Top 10.

Walkner 15., erste Etappe abgesagt

Der Salzburger Matthias Walkner hat den Prolog der Motorräder auf Rang 15 beendet. Der 29-jährige KTM-Fahrer hatte auf den elf Wertungskilometern 17 Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Joan Bort Barreda (ESP/Honda).

Die erste Etappe der Dakar am Sonntag konnte dann nicht über die Bühne gehen, sie wurde nach schweren Regenfällen wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Die 227 km lange Strecke zwischen Rosario und Villa Carlos Paz in Argentinien sei nach Gewitterstürmen teils unbefahrbar. Ein Zusammenhang mit dem Unfall im Prolog bestehe nicht.

Dass auch die Verbindungsetappe von Rosario über 632 km nach Villa Carlos Paz wegen des Regens seine Tücken hatte, musste Walkner schmerzhaft erfahren. Er kam zu Sturz und zog sich Blessuren an Ellenbogen, Oberschenkel und Hüfte zu.

"Schmerzen sind zwar da aber er glaubt, dass diese ihn in den nächsten Tagen nicht weiter behindern werden", gab KTM-Motorsportberater Heinz Kinigadner in einer Presseaussendung vorsichtige Entwarnung. Laut Kinigadner war ein LKW auf der Gegenfahrbahn durch eine Wasserpfütze gefahren und hatte Walkner voll angespritzt. "Er konnte sich zwar gerade noch auf dem Motorrad halten, als er wieder was sehen konnte, musste er aber einer Betonsäule ausweichen und das Bike bei rund 70 km/h hinlegen. Er ist dann auf dem Asphalt dahingeschlittert", schilderte der Sportmanager die unglücklichen Umstände.

Die 38. Ausgabe der Rallye Dakar geht insgesamt über 13 Teilstücke und 9.000 Kilometer durch Argentinien und Bolivien bis nach Rosario. Insgesamt messen sich 560 Teilnehmer in 347 Fahrzeugen auf der Strecke: 136 Motorräder, 111 Autos, 55 Trucks und 45 Quads. Seit 2009 wird die Dakar in Südamerika ausgetragen.

Seit der ersten Dakar 1978 sind 66 Fahrer, Zuschauer und Journalisten bei der Marathon-Rallye ums Leben gekommen. Erst 2014 verstarben zwei argentinische Journalisten bei einem Unfall, 2015 konnte dem dehydrierten polnischen Motorrad-Piloten Michal Hernik nicht mehr geholfen werden. (APA, sid, 3.1.2016)

  • Der verunfallte Mini der Chinesin Guo Meiling.
    foto: apa/afp/fife

    Der verunfallte Mini der Chinesin Guo Meiling.

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