Ai Weiwei plant auf Lesbos Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge

2. Jänner 2016, 15:40
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Chinesischer Künstler will sich stärker in Debatte einmischen

Lesbos – Der chinesische Künstler Ai Weiwei plant auf der griechischen Insel Lesbos ein Mahnmal für die vielen Flüchtlinge, die auf ihrem Weg nach Europa ums Leben gekommen sind. "Viele Menschen haben unter den Wellen ihr Leben verloren...wir brauchen ein Denkmal", sagte Ai am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Er habe bereits ein Atelier auf Lesbos eingerichtet, das sich an "verschiedenen Projekten" beteiligen werde. Auch seine Workshops in China und Deutschland sowie einige seiner Studenten würden mitmachen.

Der international renommierte Künstler hob die Bedeutung der gegenwärtigen Flüchtlingskrise hervor. "Das ist ein sehr historischer Moment in jeder Hinsicht", sagte Ai. Als Künstler wolle er sich mehr in die Debatte darüber einmischen und Kunstwerke mit Bezug zu der Krise schaffen, die dazu beitragen sollten, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.

Ai hatte diese Woche Flüchtlinge auf Lesbos besucht und Fotos und Videos von ihnen veröffentlicht. Eines der Fotos zeigt den 58-jährigen Künstler, wie er am Strand eine Kinder-Schwimmweste in die Höhe hält.

Im September hatte Ai bei einem Besuch in London gesagt, er sei "sehr stolz" auf den Empfang, den Deutschland sehr vielen Flüchtlingen bereitet habe. In Deutschland lebt Ais Sohn. In London hatte sich Ai mit weiteren Künstlern an einem Solidaritätsmarsch für Flüchtlinge beteiligt.

Vergangenes Jahr sind mehr als eine Million Flüchtlinge nach Europa gekommen, viele von ihnen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Mehr als 800.000 von ihnen nahmen den Weg über die griechischen Inseln. Auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ertranken 2015 fast 700 Menschen, zumeist Kinder. (APA, 2.1.2016)

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