2016 wird ein idiotisches Jahr

Kolumne1. Jänner 2016, 17:00
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Prophezeiungen ohne Risiko

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Es gilt aber die Einsicht: Auch wenn sich die Menschheit stets ihres Fortschritts rühmt, ist dieser doch zuverlässig von einem Basso continuo der Trottelei grundiert und mit einer persistenten Zierleiste des Schwachsinns versehen.

Somit lässt sich gefahrlos prophezeien: Weniger idiotisch als all die anderen Jahre zuvor wird auch 2016 nicht werden. Wenn es ganz blöd hergeht, wird es sogar noch idiotischer. Hier ein Worst-Case-Szenario.

Mit dem Versprechen, jedem Österreicher eine staatliche Penisverlängerung und jeder Österreicherin eine Brustvergrößerung zu finanzieren, wird Ritchie Lugner im April unerwartet Bundespräsident. Sein erster Hoheitsakt: Er lässt die rot-weiß-rote Fahne blau einfärben, "weil mi des an mei Viagra erinnert".

In Europa fallen wir mit dem Staatschef selbst neben Ungarn und Polen peinlich auf. Der Staatsbankrott im Juni ist auch nicht hilfreich: Kanzler Faymann hat das gesamte Bundesbudget für Inserate in Heute und Österreich verputzt. Die Ratingagentur Moody's bestraft die Nation mit dem Kürzel "Ö minus".

Die Stimmung in der Bundesregierung ist so gereizt, dass der mit einer notorisch kurzen Lunte ausgestattete Verteidigungsminister Klugna dem Kollegen Kurz beim Ministerrat aus nichtigem Anlass eine anraucht. Die Koalition platzt, Strache gewinnt die Neuwahlen und baut eine fünf Meter hohe Mauer um das Staatsgebiet. Vorteil: Es kommt kein Flüchtling mehr herein. Nachteil: Es kommt kein Österreicher mehr hinaus, der Urlaub in Jesolo und der günstige Dritt-Welt-GV sind gestrichen.

In November gewinnt Donald Trump die US-Präsidentenwahl und löst eine amerikanische Flüchtlingswelle nach Syrien und in den Irak aus. Schlechte Aussichten auch für die Wirtschaft: Im Dezember fliegt auf, dass der Volkswagenkonzern 200.000 Autos mit Reifen ausgestattet hat, die nicht aus wertbeständigem deutschem Vollgummi bestehen, sondern aus schwarz bemaltem Billigleberkäs.

Last, not least hat der Krisenkolumnist vor, seine Leser 2016 mit noch mehr Stuss und Humbug einzudecken als heuer, und er antizipiert schon jetzt geistig das erste Hassposting unter diesem Textlein: "Das ist völlig unmöglich!" Mal sehen. Wie sagt doch Monaco Franze so schön: A bisserl was geht immer. (Christoph Winder, 2.1.2016)

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