Mehrere Verletzte nach Unfällen mit Feuerwerkskörpern

1. Jänner 2016, 12:43
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Rakete und Kracher explodierten zu früh – Mehrere Feuerwehreinsätze in der Nacht

Bei Unfällen mit zu früh explodierten Silvesterraketen und Knallkörpern sind zum Jahreswechsel in Oberösterreich und Salzburg zwei Männer schwer an den Händen verletzt worden. In Aigen-Schlägl (Bezirk Rohrbach) steckte am Donnerstagabend ein 31-jähriger Mann eine Rakete in ein Abschussrohr und zündete sie. Die Rakete explodierte aber bereits nach wenigen Augenblicken, ohne in die Höhe zu steigen.

Der Mann erlitt dadurch Verletzungen an der rechten Hand und wurde noch in der Nacht im Krankenhaus Rohrbach operiert. Auch in Saalbach-Hinterglemm im Salzburger Pinzgau zündete ein 21-jähriger Urlauber kurz nach Mitternacht einen Feuerwerkskörper. Bevor er den Kracher wegwerfen konnte, explodierte dieser in seiner rechten Hand. Durch die Wucht der Explosion erlitt der junge Mann schwere Verletzungen an der Hand. Er wurde in das Krankenhaus Zell am See gebracht.

Telefonzelle in Graz gesprengt

Eine Telefonzelle im steirischen Kalsdorf (Bezirk Graz-Umgebung) ist am Silvestertag mit einem pyrotechnischen Gegenstand, vermutlich einem Böller, gesprengt und zerstört worden. "Aufgrund der Sprengkraft gehen wir davon aus, dass es kein Böller war, der in Österreich frei erhältlich ist", sagte ein Polizist am Freitag. Unweit der Telefonzelle wurde auch eine Bushaltestelle gesprengt.

Hier war der Sprengkörper in einem Müllkübel explodiert, Rückwand und Dach der Bushaltestelle erlitten schweren Schaden, das Betonfundament einen Riss. Die Ermittler gehen davon aus, dass beides mal der bzw. die selben Täter verantwortlich sind. Verpackungsreste, die Rückschlüsse auf den Hersteller zulassen würden, wurden keine gefunden. "Entweder wurde die Papierschicht heruntergenommen oder es waren selbst gemachte Böller." Denkbar wäre laut Polizei auch, dass bei der Detonation das gesamte bedruckte Papier zerstört wurde.

Ruhige Nacht in Wien

Nach der Terrorwarnung waren Einsatzkräfte in der Silvesternacht in Wien verstärkt unterwegs. Gröbere Zwischenfälle am Silvesterpfad in der City blieben aus. Überhaupt gab es deutlich weniger Anzeigen als im Jahr davor, bilanzierte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Insgesamt verzeichnete die Exekutive von Donnerstag, 7:00 Uhr, bis Freitag, 7:00 Uhr, 452 Einsätze zum Stichwort "Lärm" oder "Knall".

"Die Silvesternacht verlief in Wien weitgehend ruhig", lautete das positive Gesamtresümee. Sämtliche Kontrollen von "verdächtigen Gegenständen" und von Besuchern mitgeführten Behältnissen förderten keinerlei bedrohliche Gegenstände zutage. Die Terrorwarnung in München hatte keine Auswirkungen auf Wien. In der Innenstadt kam es zu einer Sachbeschädigung, neun Diebstählen, zwei Rauben, zwei Raufhandeln und acht Körperverletzungen.

60 Feuerwehreinsätze in Niederösterreich

Die Silvesterfeiern in Niederösterreich haben der Feuerwehr bis 3.00 Uhr 60 Einsätze beschert. Nach Angaben des Landeskommandos rückten 950 Mitglieder von 55 Feuerwehren aus, um Brände zu löschen. Die spektakulärsten Zwischenfälle ereigneten sich in Bruck an der Leitha und Mistelbach, wo fehlgeleitete Feuerwerkskörper jeweils Dachstühle in Brand setzten. Die Einsatzzahl lag damit gleich wie im Vorjahr.

16 Personen verletzt

Die niederösterreichischen Rettungsdienste haben 271 Notfalleinsätze absolviert, teilte Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP) mit. Ein Jahr zuvor waren es 267 gewesen. Die Einsätze wegen Verletzungen durch Böller, Raketen und Kracher stiegen gegenüber dem Vorjahr von acht auf 15. Diese passierten fast alle in den ersten Minuten nach Mitternacht. Nach Angaben von "144 Notruf NÖ" wurden dabei insgesamt 16 Personen verletzt.

Fondue entzündete sich und brannte Haus nieder

Am Silvesterabend ist in der südkärntner Gemeinde Bleiburg (Bezirk Völkermarkt) ein Einfamilienhaus niedergebrannt. Das zum Erhitzen auf den Herd gestellte Öl fürs geplante Fondue-Essen hatte das Feuer entfacht, als der 81-jährige Hauseigentümer die Küche verlassen hatte. Das Öl entzündete sich laut Polizei mit einem Knall, die Küche stand sofort in Vollbrand.

Der Mann, seine 80-jährige Frau und der Enkelsohn (18) flüchteten aus dem Haus, das völlig abbrannte. Sie blieben unverletzt. Im Löscheinsatz standen 75 Feuerwehrleute, die eine Ausbreitung des Feuers auf ein Nebengebäude und ein Nachbarhaus verhinderten.

In der Kärntner Bezirksstadt Spittal sind sich in der Silvesternacht zwei alkoholisierte junge Männer in die Haare geraten. Vor einem Lokal eskalierte die Situation, der 22-Jährige zückte sein Taschenmesser und stach dem 19-jährigen Kontrahenten die 6,5 Zentimeter lange Klinge in den Bauch. Der Verletzte wurde laut Polizei noch in der Nacht operiert, der 22-Jährige wurde festgenommen. Die Stichverletzung dürfte nicht schwerwiegend gewesen seien

Wohnungsbrand in Salzburg

In Salzburg mussten nach einem Wohnungsbrand am Donnerstagabend zwei Menschen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital. Bei einem Feuer in einem Pferdestall verendeten in Salzburg-Liefering am Freitagmorgen zwei Tiere. Im Pinzgau lösten Feuerwerkskörper zwei Brände aus.

In Tirol ist die Nacht einigermaßen ruhig verlaufen. Die Leitstelle meldete insgesamt 439 Rettungs- und Feuerwehreinsätze. Damit waren es geringfügig mehr als im vergangenen Jahr (406 Alarmierungen). Das Gros der Disponierungen waren mit 347 die Rettungsdiensteinsätze, gefolgt von 74 Feuerwehr- und sechs Bergrettungseinsätzen. Größere Brände waren allerdings nicht dabei.

Ein 29-jähriger Spittaler wurde verletzt, als ein Böller in seiner Hand explodierte. Auf einem Acker im Bezirk Klagenfurt-Land erwischte es einen 40-Jährigen im Gesicht. Die Polizei vermutet, dass es aufgrund unsachgemäßen Umgangs es zu einem vorzeitigen Abbrennen einer Feuerwerksbatterie gekommen war. Der Verletzte wurde ins Klinikum Klagenfurt eingeliefert.

20 Einsätze in Vorarlberg

Auch in Vorarlberg haben fehlgeleitete Feuerwerkskörper haben in der Silvesternacht in Vorarlberg Brände verursacht. In Dornbirn gerieten laut Polizei vermutlich durch Raketen das Dach einer Lagerhalle und ein Carport in Brand. Insgesamt musste die Feuerwehr im Ländle etwa 20 Mal ausrücken. (APA, 1.1.2016)

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