"Hateful Eight" geleakt: Filmpiraten entschuldigen sich bei Quentin Tarantino

1. Jänner 2016, 10:47
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Die Kopie des Blockbusters hätte erst eine Woche nach Kinostart in Umlauf geraten sollen

Filmpiraten gehen oft mit Hollywood scharf in die Kritik. Die Praktiken der Film- und Musikbranche werden gerne als Grund für die illegale Verbreitung von neuen Produktionen ins Treffen geführt. Ein eher seltenes Phänomen ist Reue.

Diese wurde nun dem Regisseur Quentin Tarantino zuteil. Die Crew des Hive-CM8 hat auf Reddit nun eine Entschuldigung für den Leak von "The Hateful Eight" veröffentlicht. Der Film war online noch vor dem Kinostart in Umlauf geraten.

Entschuldigung für Frühstart

Man erklärt, man wollte den Film vorab eigentlich nur mit Leuten teilen, die "nicht reich genug" seien, um ihn sich im Kino anzusehen. Die eigentliche Veröffentlichung hätte erste eine Woche nach Kinostart geschehen sollen, um dem Streifen eine Chance einzuräumen, seine Produktionskosten einzuspielen, fasst Engadget zusammen.

Man habe die Kopie von "The Hateful Eight" nicht über einen Hack erhalten, sondern einem Straßenverkäufer abgekauft. Man ruft die Downloader dazu auf, den "großartigen Film" im Kino anzusehen.

Piraten sehen Film-Leak als Promotion

Allerdings gehen die Piraten nicht davon aus, dass den Produzenten durch den Online-Frühstart Einnahmen entgehen. Durch den Release würde nun überall über den Film gesprochen. "Wir denken, das hat eine neue Art von Medienhype ausgelöst, die noch stärker als 'Star Wars' in Nachrichten, Radio und den Zeitungen präsent ist", folgt man einer bekannten Argumentationslinie. Man habe praktisch kostenlose Promotion betrieben, die am Ende mehr Menschen in die Kinos locken würde.

Zukünftig will Hive-CM8 keine weiteren Filme mehr vor ihrem Leinwand-Debüt in Umlauf bringen. Tarantino wünscht man mit "The Hateful Eight" viel Erfolg. "Wir denken, [er] ist Top-Anwärter auf einen Oscar und wird meilenweit vor den anderen [Nominierungen] gewinnen."

Wie ernst die Entschuldigung zu nehmen ist, bleibt abzuwarten. In der "Szene" rittert man unter anderem durch möglichst schnelle Veröffentlichungen neuer Produktionen um Anerkennung. (gpi, 31.12.2015)

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    foto: the weinstein company
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