Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad eingeschränkt

30. Dezember 2015, 20:28
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Genehmigung für 31 Codeshare-Strecken wird nicht über den 15. Jänner hinaus verlängert

Berlin/Abu Dhabi – Rückschlag für Air Berlin: Die angeschlagene Fluggesellschaft kann ab Mitte Jänner gut ein Drittel weniger Flüge als bisher mit ihrem arabischen Partner Etihad Airways gemeinsam vermarkten. Das folgt aus einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig, die es am Mittwoch veröffentlichte.

Die Richter lehnten den Antrag Etihads ab, die Genehmigung für 31 sogenannte Codeshare-Strecken, bei denen Etihad Air-Berlin-Flüge als eigene verkauft, über den 15. Jänner hinaus zu verlängern.

Das Angebot von Air-Berlin-Flügen bei der Etihad-Kundschaft hilft der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, ihre Maschinen besser auszulasten. Bisher hat sie 83 Codeshare-Strecken mit Etihad im Programm. Davon blieben nun 52 Verbindungen übrig.

"Tief enttäuscht"

Etihad reagierte "tief enttäuscht" auf die Entscheidung des Gerichts und will sie Anfang kommender Woche anfechten. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb von zwei Wochen ist eine Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg möglich.

Die Niki-Muttergesellschaft Air Berlin teilte mit, für ihre Kunden entstünden durch den Gerichtsbeschluss keine Nachteile. "Alle bisher gebuchten Codeshare-Flüge von Etihad Airways und Air Berlin werden wie geplant durchgeführt", hieß es. Auch Etihad stellte klar, alle gebuchten Codeshare-Flüge könnten auch angetreten werden.

Das Braunschweiger Luftfahrtbundesamt hatte die Genehmigung auf Grundlage des Luftverkehrsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten nur bis zum 15. Jänner erteilt – und nicht für den gesamten Winterflugplan, der bis Ende März gilt. Das Verwaltungsgericht billigte das Vorgehen des Amts. Die umstrittenen Flugstrecken seien "von den zwischenstaatlichen Vereinbarungen nicht umfasst".

Ministerium sieht sich bestätigt

Das Bundesverkehrsministerium sieht sich durch die richterliche Entscheidung in seiner Rechtsauffassung bestätigt. Man habe wiederholt den Vereinigten Aranischen Emiraten "Gespräche angeboten, um die Luftverkehrsbeziehungen auf einen rechtssicheren Stand zu bringen", teilte ein Sprecher mit.

Air Berlin schreibt seit Jahren Verluste. Etihad Airways ist mit einem Anteil von 29,2 Prozent größter Aktionär und hat Air Berlin bereits finanziell unterstützt. Die gemeinsame Vermarktung von Flügen mit Etihad ist für Air Berlin ein wichtiger Pfeiler des Geschäfts.

Vorstandschef Stefan Pichler hat ein Konzept vorgelegt, damit das Unternehmen profitabler wird. Dazu gehören ein größeres Langstrecken-Angebot, eine klarere Struktur im Streckennetz, eine Vertriebsinitiative bei Firmenkunden und die Streichung von Arbeitsplätzen in der Verwaltung. (APA, 30.12.2015)

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