Wintertourismus: "Immerhin regnet es nicht"

31. Dezember 2015, 12:00
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Die Tourismusbranche übt sich in Optimismus. Tiroler Verbände ersehnen Schneefall, Wien gilt trotz Terrorwarnung als ausgebucht

Wien – Der anhaltende Schneemangel macht Touristiker nervös. Noch ließen sich die Nächtigungsrückgänge nicht beziffern, aber sie seien vor allem in niederen Lagen wie dem Tiroler Unterland evident. Am ehesten Gletschergebiete wie Ziller- und Stubaital könnten ihre Auslastung halten. Dass der grüne Start noch wettgemacht werden kann, glauben Tiroler Fremdenverkehrsverbände nicht, denn Ostern ist Ende März und die Wintersaison eine kurze. "Wir wissen, dass ab Sonntag der Schnee kommt", versprüht die Chefin der Hoteliervereinigung, Michaela Reitterer, Optimismus. Nächtigungsrückgänge seien unbestreitbar, aber die Erträge in einer kurzen Wintersaison tendenziell höher, weil sich die Saison nicht bis in den April hinein zu den Osterferien hinschleppe.

Prinzip Hoffnung

Auch der Direktor des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg kehrt das Positive heraus: "Immerhin regnet es nicht", sagt Martin Ebster zum STANDARD. Noch sei nicht fix, dass es bei den Dezember-Nächtigungen ein Minus gegeben habe, Zahlen gibt es erst Mitte Jänner. "Abgerechnet wird am Schluss", sagt Ebster mit Verweis auf das Vorjahr, wo mangels Schnee im Dezember "ein Desaster" prognostiziert worden war. "Herausgekommen ist ein leichtes Plus im Jänner und ein Riesenerfolg im Februar und März." Aktuell seien die Hotels gut gebucht, 130 Kilometer Piste offen und 17.000 Gäste in der Region.

Michael Brandl von der Tirol Werbung ersehnt nach dem traditionell gut gebuchten Weihnachtsgeschäft einen Wintereinbruch, um auch "Kurzentschlossene aus dem Nahraum" zum Schifahren zu motivieren.

Sorgen wie diese sind dem Wien-Tourismus trotz Terror-Warnungen fremd. Wien gilt als ausgebucht – obwohl die Zahl der Hotelbetten seit dem Vorjahr um rund 3500 gestiegen ist. Auch höhere Preise scheinen durchsetzbar, die Umsätze stiegen bis Oktober um 16 Prozent, die Nächtigungen um 6,3 Prozent. (ung, 31.12.2015)

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