Davutoğlu verurteilt russische Sanktionen gegen Türkei

29. Dezember 2015, 16:14
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Türkischer Ministerpräsident: "Nicht vergessen, dass die Türkei, als alle Staaten Sanktionen gegen Russland verhängten, dies nicht tat"

Belgrad/Ankara – Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat seinen aktuellen Besuch in Belgrad auch zu Kritik an den Wirtschaftssanktionen Moskaus genutzt. "Unsere russische Freunde sollen nicht vergessen, dass die Türkei, als alle Staaten Sanktionen gegen Russland verhängten, dies nicht tat", sagte Davutoğlu. "Russen, die sich über die Sanktionen gegen sie beschwerten, führen diese nun gegen uns ein."

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die türkischen Streitkräfte im Grenzgebiet zu Syrien hatte Moskau im November umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt.

Davutoğlu in Belgrad

Serbien wird als wichtigster Verbündeter Moskaus auf dem Balkan angesehen. Dass sich der Besuch Davutoğlus in Belgrad auf die Beziehungen Serbiens zu Moskau negativ auswirken könnte, glauben serbische Behörden allerdings nicht. "Wir sind Freunde der Russischen Föderation und der Türkei, und das wird so bleiben", versicherte der serbische Premier Aleksandar Vučić.

Der Besuch Davutoğlus war vor allem der Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den zwei Staaten gewidmet. Das Handelsvolumen ist heuer laut Amtsangaben um 20 Prozent erhöht worden.

Ein geplantes Treffen von Davutoğlu, Vučić und dem bosnischen Premier Denis Zvizdić in Novi Pazar, dem Verwaltungszentrum des südwestserbischen Sandschaks, wurde wegen schlechter Witterungsverhältnisse vom Programm gestrichen. Im Sandschak lebt die Mehrheit der in Serbien ansässigen Muslime. (APA, 29.12.2015)

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