Innerhofer entführt Stange, Theaux siegt

Video29. Dezember 2015, 12:59
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Santa Caterina fordert Skisportlern alles ab. Hannes Reichelt Zweiter vor David Poisson

Santa Caterina – In der vierten Weltcup-Saisonabfahrt hat es für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit dem ersten Podestplatz geklappt. Hinter dem französischen Sieger Adrien Theaux und vor dessen Landsmann David Poisson fuhr Hannes Reichelt am Dienstag auf der kräfteraubenden "Deborah Compagnoni"-Strecke in Santa Caterina auf Platz zwei.

Romed Baumann und Vincent Kriechmayr als Fünfter beziehungsweise Sechster trugen zu einem mannschaftlich starken Ergebnis aus österreichischer Sicht bei. Unmittelbar hinter Kriechmayr landete der Norweger Aksel Lund Svindal auf Platz sieben und übernahm damit im Gesamtweltcup-Ranking wieder die Führung von Marcel Hirscher. 15 Punkte trennen die beiden vor dem nächsten Rennen, dem Slalom am 6. Jänner, der ebenfalls in Santa Caterina über die Bühne gehen wird.

Die Geschichte des Rennens schrieb aber Christof Innerhofer. Der Südtiroler raste in ein Tor, riss Fahne und eine Stange aus der Verankerung, schleifte beides um den Hals gewickelt mit ins Tal und sah dabei fast aus wie Superman. Am Ende freute sich der Vierte darüber, unversehrt geblieben zu sein.

"Es war sehr gefährlich, was ich da getan habe", gestand Innerhofer im Ziel. "Normalerweise hätte ich anhalten müssen, aber mein Wille und mein Ehrgeiz haben mich gar nicht daran denken lassen. Deswegen hat es für mich nur eine Devise gegeben: Volle Kanne weiter!"

Sein größtes Problem sei die Sicht gewesen, sagte der Italiener. "Mir hat es die Brille so verdreht, dass ich zuerst nur auf einem Auge gesehen habe. Ich habe geglaubt, das Glas ist kaputt. Irgendwie bin ich die Stange dann losgeworden und habe nur mehr das Tuch oben gehabt. Ich habe gewusst, das ist ja wie ein Fallschirm, also das bremst, und habe irgendwie versucht, es mit der Hand runterzubekommen. Aber es ist einfach nicht weggegangen, weil es brutal auf der Brille geklebt hat."

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"Wie verrückt ist das denn?" – Sehr verrückt.

Theaux, der vor allem im unteren Streckenabschnitt der Schnellste war, lag bei seinem dritten Weltcup-Sieg 1,04 Sekunden vor Reichelt und 1,15 vor Poisson. Davor hatte Theaux zuletzt im März 2013 in Kvitfjell gewonnen, sein erster Erfolg gelang ihm 2011 in Lenzerheide. Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Februar in Beaver Creek holte er Bronze im Super-G.

"Ich mag diese Verhältnisse", meinte der 31-Jährige nachher im Ziel. "Mein Gefühl war schon im Training gut. Heute habe ich probiert, noch mehr zu pushen. Ich hatte auch meine Probleme mit der Sicht, aber das war für alle gleich. Ich habe unten einen Fehler gehabt, aber es hat gereicht."

Reichelt war nach einer soliden, aber nicht makellosen Fahrt vor allem froh, gesund angekommen zu sein. "Da oben hat es mir schon ordentlich die Schneid abgekauft", sprach der Salzburger einen Schreckmoment an, als er bald nach dem Starthaus von einer heftigen Welle überrascht wurde. "Ich bin echt froh, dass ich heil herunten bin. Da war die Platzierung nebensächlich."

Die übrigen Österreicher waren nicht in Reichweite der Spitzenplätze: Max Franz war 14., Otmar Striedinger und Klaus Kröll reihten sich auf den Plätzen 18 und 19 ein, Johannes Kröll wurde 23. Nicht in die Punkteränge kam Christian Walder als 43. Patrick Schweiger musste aufgrund von Rückenschmerzen auf einen Start verzichten.

Viele Fahrer hatten mit der Piste große Probleme. Die vielen Schläge, die bei schlechter Sicht und hoher Geschwindigkeit zu meistern waren, forderten in Form von zahlreichen Ausfällen oder Aufgaben ihren Tribut. So erwischte es unter anderem Peter Fill, Aleksander Aamodt Kilde, Manuel Osborne-Paradis oder Andrew Weibrecht. (APA, 29.12.2015)

  • So sehen Sieger aus: Adrien Theaux.
    foto: reuters/garofalo

    So sehen Sieger aus: Adrien Theaux.

  • Probiert es mit Stange am Rücken: Christof Innerhofer.
    foto: apa/afp/morin

    Probiert es mit Stange am Rücken: Christof Innerhofer.

  • Traditionell auf den besten Plätzen: die Trainer.
    foto: apa/afp/marin

    Traditionell auf den besten Plätzen: die Trainer.

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