1996–2015: Ruhe in Friede, Adobe Flash

2. Jänner 2016, 09:43
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Dutzende Sicherheitslücken besiegelten das Schicksal der Plattform – Adobe warnte selbst vor Flash

Streaming-Videos, Werbeanzeigen, interaktive Inhalte auf Webseiten: Das Internet wurde von Adobe Flash massiv geprägt. Besonders zur ersten Hochphase des World Wide Web Ende der 1990er-Jahre war Flash unausweichlich. Einen Höhepunkt stellte der Aufstieg von Videoplattform YouTube dar, das von Beginn an auf Flash setzte. Doch auch wenn der Abstieg von Flash schon früher begann – etwa 2014 mit der Einführung von HTML5; 2015 war das Jahr, in dem Flash endgültig begraben wurde.

Viele Sicherheitslücken

Dass Flash hoffnungslos veraltet ist, zeigte sich nicht zuletzt in einer ganzen Armada von schweren Sicherheitslücken, die regelmäßig publik wurden. "Im Zeitalter von immer sichereren Browsern und Betriebssystemen wirkt Flash wie ein Fremdkörper", kommentiert der "Guardian". Flash sei für eine "Vielzahl von Malware-Attacken verantwortlich", Überwachungssysteme sehen Flash als ideales Einfallstor.

Adobe distanziert sich

Die Sicherheitsmaßnahmen waren so mangelhaft, dass sich die wichtigsten Größen der IT-Branche von Flash distanzierten. Google begann, im Chrome-Browser automatisch eine Reihe von Flash-Elementen zu blockieren. Facebook forderte ein "Aus für Flash". Youtube, Twitch und Co wechselten auf HTML5. Sogar Adobe rief Nutzer auf, Flash nicht mehr zu benutzen. Der IT-Konzern hatte Flash 2005 erworben, als er Macromedia schluckte.

"Wir werden dich nicht vermissen"

Damit dürfte das Ende von Flash endgültig eingeläutet worden sein. Zwar wird es natürlich noch viele Elemente geben, die auf Flash setzen, eine große Rolle in neuen Entwicklungen ist der Lösung aber nicht beschert. Nach fast 20 Jahren – der genaue "Geburtstermin" ist schwierig zu datieren, es gilt aber die Übernahme durch Macromedia 1996 – gibt Flash den Löffel ab. "Ruhe in Frieden, Flash – wir werden dich nicht vermissen", wie der "Guardian" treffend analysiert. (red, 2.1.2016)

  • Der Flash Player: lange Zeit unverzichtbar, mittlerweile ein Risiko.
    foto: ap/goldman

    Der Flash Player: lange Zeit unverzichtbar, mittlerweile ein Risiko.

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