Irakischer Minister: Armee bei Eroberung Mossuls auf Kurden angewiesen

29. Dezember 2015, 10:38
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Iraks Finanzminister will Kurden in Rückeroberung der zweitgrößten Stadt des Irak von IS einbeziehen

Bagdad – Die irakische Armee ist nach Einschätzung von Finanzminister Hoshyar Zebari bei der geplanten Rückeroberung der Millionenstadt Mossul auf die Hilfe kurdischer Kämpfer angewiesen. "Man kann Mossul nicht ohne die Peschmerga schaffen", sagte der – selbst aus der kurdischen Autonomieregion stammende – Politiker in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Der Kampf gegen die dort herrschende Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) werde sehr schwierig, könne aber gewonnen werden.

Die irakischen Streitkräfte hatten die Stadt Ramadi im Westen des Landes am Sonntag von den Islamisten zurückerobert und damit den ersten großen Erfolg seit der IS-Blitzoffensive vor eineinhalb Jahren gefeiert.

Zweitgrößte Stadt des Irak

Das nächste erklärte Ziel ist Mossul, wo vor der Einnahme durch den IS zwei Millionen Menschen lebten. Die Stadt liegt etwa 80 Kilometer von der Kurdenmetropole Erbil entfernt, wo die deutsche Bundeswehr Peschmerga-Milizionäre ausbildet und mit Waffen ausrüstet.

Der Kampf um Mossul erfordere gute Vorbereitungen und das Engagement aller wichtigen Kräfte, sagte der Kurde Sebari in dem Interview, das am Montag in Bagdad geführt wurde. Wegen des großen Gebietes könnte die Armee auch auf die Hilfe sunnitischer Kräfte und eventuell auch auf schiitische Milizen angewiesen sein. Beim Kampf um Ramadi blieben diese unberücksichtigt, um Konflikte mit der überwiegend sunnitischen Bevölkerung zu vermeiden. Auch in Mossul stellen Sunniten die Mehrheit, während die Zentralregierung in Bagdad mehrheitlich von Schiiten geführt wird. (Reuters, 29.12.2015)

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