Vier von Militärgerichten verurteilte Männer in Pakistan gehängt

29. Dezember 2015, 09:58
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Sollen Selbstmordattentäter unterstützt und Soldaten getötet haben

Peshawar – In Pakistan sind am Dienstag vier von Militärgerichten zum Tode verurteilte Männer gehängt worden. Sie hätten unter anderem Selbstmordattentäter unterstützt und tödliche Angriffe auf Soldaten verübt, sagte ein ranghoher Sicherheitsbeamter. Details zu den konkret begangenen Taten wurden nicht genannt. Die Männer waren bereits im April verurteilt worden.

Die Hinrichtungen fanden in einem Gefängnis in der nordwestlichen Garnisonsstadt Kohat statt. Nach Angaben eines Gefängnismitarbeiters wurden die Leichen anschließend den Angehörigen übergeben.

Nach einem sechsjährigen Moratorium hatte Pakistan die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufgenommen. Hintergrund ist ein Anschlag der radikalislamischen Taliban auf eine vom Militär betriebene Schule in Peshawar, bei dem im Dezember 2014 mehr als 130 Schulkinder getötet worden waren. Als Reaktion auf den Anschlag waren im Jänner auch Militärgerichte eingerichtet worden, denen es nach Angaben internationaler und örtlicher Menschenrechtsgruppen an Standards für faire Prozesse sowie an Transparenz mangelt.

Menschenrechtsgruppen zufolge wurden seit Wiederaufnahme der Hinrichtungen in knapp einem Jahr schätzungsweise 300 Menschen hingerichtet, die Mehrheit davon nicht wegen Extremismus. Offizielle Zahlen zu den Hinrichtungen liegen nicht vor. (APA, 29.12.2015)

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