Iran: Uran-Abtransport nach Russland abgeschlossen

29. Dezember 2015, 12:14
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Wichtige Bedingung des Atomabkommens vom Sommer erfüllt – Kerry: "Wichtiger Schritt"

Teheran/Moskau – Der Iran hat mit der Verschiffung von niedrig angereichertem Uran eine wichtige Bedingung des Atomabkommens vom Sommer erfüllt. Der zuständige Vizepräsident der Islamischen Republik, Ali Akbar Salehi, sagte am Montag der Nachrichtenagentur ISNA zufolge, der Abtransport sei abgeschlossen. Neun Tonnen niedrig angereichertes Uran seien auf dem Weg nach Russland.

Der Abtransport war neben der Reduzierung der Anzahl der Zentrifugen eine der wichtigsten Verpflichtungen des Irans im Atomabkommen vom 14. Juli 2015 mit dem Westen. Im Gegenzug wird der Iran 137 Tonnen "Yellowcake" aus Russland einführen. Das pulverförmige Gemisch aus Uranverbindungen ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennelementen.

USA: "Im Rahmen des Abkommens"

US-Außenminister John Kerry sagte, der Abtransport des Materials sei einer der bedeutendsten Schritte, die die Islamische Republik bisher im Rahmen des Abkommens unternommen habe. Er sprach von mehr als elf Tonnen Uran-Material an Bord des Schiffes, das den Iran am Montag in Richtung Russland verließ.

Der Iran hatte sich im Juli mit der 5+1-Gruppe (die vier UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland) auf eine deutliche Beschränkung seines Atomprogramms geeinigt. Damit soll die Sorge der Weltgemeinschaft vor einer iranischen Atombombe zerstreut werden. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen fallen. Mit diesem Schritt wird spätestens im Februar 2016 gerechnet. Die Internationale Atomenergiebehörde soll in den nächsten 10 bis 25 Jahren überprüfen, ob sich Teheran an die Bestimmungen des Abkommens hält.

Lob aus Moskau

Russland hat unterdessen den Abtransport von niedrig angereichertem Uran aus dem Iran als bedeutenden Schritt zur Umsetzung des Atomabkommens gewürdigt. "Damit wird der zentrale und aufwendigste Teil des Handlungsplans erfüllt", erklärte das russische Außenministerium am Dienstag in Moskau.

Alle Unterzeichner des Abkommens sollten nun den "notwendigen Eifer" an den Tag legen, um es vollständig zu verwirklichen. Wie das Atomabkommen zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten und Deutschland vorsieht, brachte Teheran neun Tonnen Nuklearmaterial per Schiff auf den Weg nach Russland. Auch die USA sprachen von einem wichtigen Beitrag zur Erfüllung des Atomabkommens. (APA, 28.12.2015)

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