Peugeot 208: Fescher Franzose

31. Dezember 2015, 12:04
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Der Peugeot 208 knüpft an alte Erfolge an und fährt jetzt noch frischer vor

Der Peugeot 208 hat ein riesiges Vorbild, das im eigenen Haus zu finden und das kaum zu erreichen ist. Es ist der 205er-Peugeot, ein heimliches Kultauto aus dem Ende des verloschenen Jahrhunderts. Der Peugeot 205 wurde zwischen 1983 und 1998 mehr als fünf Millionen Mal gebaut und erfreute sich äußerster Beliebtheit. Das war ein kleines, günstiges, aber sehr schickes Auto, das eine wunderbare französische Anmutung hatte und irgendwie viel cooler als der ewig biedere VW Polo rüberkam.

Mag sein, dass mehr Frauen als Männer den 205er fuhren, aber wahrscheinlich stimmt das gar nicht. Der Wagen passte wunderbar in die Zeit und hielt sich und seine Insassen viele Jahre lang frisch.

foto: guido gluschitsch

Jetzt sind wir schon im Jahr 2015, fast schon 2016 – und seit einiger Zeit schon beim 208er angelangt. Der Wagen, seit 2012 auf dem Markt, wurde überarbeitet, Front und Heck sind gefälliger geworden. Fünf Millionen Stück werden es aber kaum werden, das liegt weniger am Auto selbst als an der viel größer gewordenen Konkurrenz. In dieser Sparte der kompakten Kleinwägen tummeln sich jede Menge anderer, die auch schick und günstig sind und vergleichsweise das Gleiche und Ähnliche können, vielleicht ist das auch sein Problem.

Einen Exotenstatus wird man mit dem 208er nicht haben, gleichwohl man sich als schöner Mensch fühlen kann, weil der Wagen an sich auf der feschen Seite ist, so etwas färbt immer auch auf den Fahrer, die Fahrerin ab. Die Proportionen sind stimmig, der Zweitürer ist vielleicht einen Hauch reduzierter und dichter als der Viertürer, dem das Praktische anzusehen ist.

foto: guido gluschitsch

Sportlichkeit ist hier nicht das Thema. Auch wenn wir die GTi-Ausstattung zugeteilt bekamen. Aber eben nur die Ausstattung, die einen Hauch von Sportlichkeit vermitteln soll, allerdings im optischen Bereich. Unser Testwagen war ein Diesel mit 120 PS. Der echte GTi käme derzeit auf 200 PS.

Unser Thema ist also die Sparsamkeit. Und da versucht Peugeot Standards zu setzen. Auf dem Papier wird der Durchschnittsverbrauch mit 3,6 Liter angegeben, die sind in der Praxis nicht so leicht zu erreichen, aber sparsam ist der 206er tatsächlich. Die 120 PS und das Sechsganggetriebe regen zum häufigen Schalten an, man arbeitet sich also ständig durch das Getriebe und sucht den richtigen Gang für jede Gelegenheit. Wenn man das gut macht, cruist man mit niedriger Drehzahl dahin und nähert sich einem Idealverbrauch an.

foto: guido gluschitsch

Das moderne Klimbim wie Navigation und Bluetooth gibt es erst gegen Aufpreis, der Sitz fühlt sich recht dünn an, dafür ist der Preis günstig. Was die Einordnung in der Konkurrenz betrifft, spricht für den Peugeot jedenfalls das Aussehen. Und eine gewisse Nostalgie. (Michael Völker, 31.12.2015)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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