Lara Gut siegt im Riesentorlauf von Lienz

28. Dezember 2015, 14:37
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Auf den Plätzen: Tina Weirather und Viktoria Rebensburg – Eva Maria Brem im zweiten Durchgang auf Rang vier zurückgefallen

Lienz – Um 6/100 Sekunden ist Eva-Maria Brem als Vierte des Weltcup-Riesentorlaufs der Damen am Montag in Lienz am Podest vorbeigeschrammt. Der Sieg ging an die Schweizerin Lara Gut, die 0,12 Sekunden vor der Liechtensteinerin Tina Weirather und 0,30 vor der Deutschen Viktoria Rebensburg siegte und ihre Führung im Gesamtweltcup auf Lindsey Vonn ausbaute. Die US-Amerikanerin schied im ersten Lauf aus.

Gut hatte in zuvor vier Lienz-Rennen (drei Riesentorläufe, ein Slalom) noch keinen einzigen Punkt errungen und heuer nun groß abgeräumt. Es war ihr vierter Saisonsieg nach dem Riesentorlauf in Aspen sowie der Kombination und der Abfahrt in Val d'Isere und gleichzeitig der 16. in der Karriere.

Im Gesamtweltcup führt sie nun mit 158 Zählern Vorsprung auf Vonn, Brem ist 291 Zähler zurück als beste Österreicherin Vierte. Im Riesentorlauf-Weltcup ist Gut neue Führende – acht Zähler vor Brem.

"Ich fühle mich wohl im Riesentorlauf, es läuft einfach gut", sagte Gut, die laut eigener Aussage auch ein bisschen für die derzeit verletzte Anna Fenninger gefahren ist, die den Lienz-Riesentorlauf zweimal in Folge gewonnen hat. "Ich habe gehört, dass Lienz ein Lieblingsrennen von Anna ist, deshalb habe ich gedacht, ich muss das für sie gewinnen." Weirather sprach von schwierigen Verhältnissen im zweiten Durchgang, auch aufgrund der schlechten Bodensicht, Siegerin Gut bescheinigte sie eine "Überform".

Courchevel-Siegerin Brem fiel vom dritten Zwischenrang auf den vierten Endrang zurück. "Ein bisserl tut es weh, ich wäre natürlich beim Heimrennen gerne auf dem Podium gestanden. Ich habe alles riskiert, habe mich im Zielhang mal hingelegt, ich brauche die sechs Hundertstel nicht lange suchen", sagte Brem. "Und die drei Zehntel auch nicht." Der Fehler ärgere sie, aber die Leistung sei sicher wieder gut gewesen. Und wie man beim letzten Rennen gesehen habe, können die Hundertstel ganz schnell auch wieder zurückkommen.

Sie werde auch weiterhin alles riskieren, sie würde nicht sagen, es sei heute in die Hosen gegangen sei, aber es sei eben nicht alles geglückt. Weitaus schlechter erging es der zur Halbzeit führenden Slowenin Ana Drev, die im Finale ausschied.

Dem Sprung vom zwölften auf den sechsten Rang schaffte Michaela Kirchgasser, die bei einem Trainingssturz am Vortag mit der Hüfte auf die Piste geknallt war. "Gestern hat es richtig, richtig wehgetan. Aber nichts, was gute Therapeuten und ein paar Tabletten nicht richten können", hatte die Salzburgerin tapfer gemeint.

Mit der Final-Performance ("Im ersten bin ich noch nicht ans Limit gegangen") durfte sie zufrieden sein. "War cool, dass ich ihn unten so runter gedrückt habe. Den Zielhang habe ich mir genau so vorgenommen, dass der am letzten Zacken ist. Und ich glaube, das war er auch." Sie sei happy, dass es richtig gut funktioniert habe, nachdem sie das Training am Vortag hatte abbrechen müssen. "Es geht immer wieder bergauf, das ist schön."

Zum Rennen selbst meinte sie: "Ein brutal geiles Rennen. Die Kulisse ist super. Und wenn es so knapp beinander ist, ist das nicht nur für die Zuschauer cool. Auch als Athlet weißt du, wenn du da herunten zuschaust, da darf nicht der kleinste Hackler passieren."

Mit Ramona Siebenhofer als 14. hatte es eine dritte ÖSV-Läuferin in den zweiten Durchgang geschafft, sie schied allerdings aus. Nicht in das Finale gekommen waren Katharina Truppe (32.), Stephanie Brunner (39.), Cornelia Hütter (40.), Nina Ortlieb (46.) und Ricarda Haaser (52.), Katharina Gallhuber und Carmen Thalmann schieden aus. (APA, 28.12.2015)

  • Man muss die Kirche nicht im Dorf lassen: Lara Gut ist in Form.
    foto: apa/epa/techt

    Man muss die Kirche nicht im Dorf lassen: Lara Gut ist in Form.

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    foto: apa/ap/auletta

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