Sonntagsöffnung bringt Adeg-Großmärkten Anzeige

27. Dezember 2015, 12:30
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Eine Anzeige wegen "unlauteren Wettbewerbs" hat die Gewerkschaft in Salzburg eingebracht

Zell am See / Bad Hofgastein / Altenmarkt – Eine Anzeige wegen "unlauteren Wettbewerbs" hat die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) in Salzburg eingebracht. Drei Adeg-Großmärkte (AGM) im Pinzgau und Pongau hatten am vergangenen Sonntag von 7 Uhr bis 13 Uhr geöffnet. Geschäftsführer Schwarzenbacher rechtfertigte sich mit der besonderen weihnachtlichen Feiertagssituation im aktuellen Kalenderjahr.

"Wir erwarten Höchststrafen", sagte Gerald Forcher, Regionalgeschäftsführer der GPA-djp Salzburg, im APA-Gespräch am Sonntag. Durch die illegale Öffnung entstehe ein Wettbewerbsvorteil gegenüber allen anderen Großhändlern wie Metro oder C+C Pfeifer. "Wir waren bereits an den drei Standorten in Zell am See, Bad Hofgastein und Altenmarkt vor Ort, um Beweise zu sichern", so Forcher. Das Arbeitsinspektorat und die Bezirksverwaltungsbehörde würden eingeschaltet. Ebenso sei an Beitragsprüfungen der Finanzbehörden und der Sozialversicherung gedacht, ob die gebührenden Zuschläge entrichtet würden. Rechtlich werde man alle Mittel ausschöpfen, damit für die Adeg Zell am See GmbH "ein gewaltiges Minus" entstehe im Hinblick auf Sanktionen und Zahlungen. "Wir wollen, dass hier ein Exempel statuiert wird", meinte Forcher.

Besondere Feiertagssituation

"Ich mache das nur einmal", beteuerte dagegen der Geschäftsführer der Adeg-Großmärkte, Rudolf Schwarzenbacher, am Sonntag gegenüber der APA. Die besondere Feiertagssituation zu Weihnachten des aktuellen Kalenderjahres und eindeutige Kundenwünsche hätten ihn zu der Entscheidung veranlasst. "Es geht mir nicht ums Geschäft, sondern um die Dienstleistung." Manche Gastronomen hätten nicht genügend Lagerfläche, um ausreichend vorsorgen zu können. "Diesen Feiertagsservice wollen wir bieten", so Schwarzenbacher. Die drohenden Sanktionen nimmt er in Kauf, sei aber über die Aggressivität der Gewerkschaft "überrascht".

Darüber hinaus war kein einziger Angestellter zur Arbeit gezwungen worden, versicherte er. "Wir haben es freiwillig gestellt und von der Entlohnung attraktiv gestaltet." Für den halben Tag gebe es 100 Prozent Überstundenzuschläge, zudem einen ganzen Tag Zeitausgleich. Daher hätten sich auch mehr Mitarbeiter gemeldet, als notwendig waren. (APA)

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    foto: standard/hendrich
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