Unhöflichkeit am Arbeitsplatz ist ansteckend

3. Jänner 2016, 08:00
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Schwedische Forscher untersuchten Verhaltensweisen im Vorfeld von Mobbíng

Lund – Vom polternden Boss über die schnippische Betriebsrätin bis zum nassforschen Praktikanten – unhöflichem bis rüpelhaftem Verhalten am Arbeitsplatz kann man auf allen Ebenen der Hierarchie begegnen. Und das kann sich verselbstständigen, warnen Forscher der südschwedischen Universität Lund.

Grenzen der (Un-)Höflichkeit

Die drei Psychologen Eva Torkelson, Kristoffer Holm und Martin Bäckström untersuchten das soziale Klima an den Arbeitsplätzen von insgesamt knapp 6.000 Menschen. Im Fokus hatten sie dabei unhöfliches bzw. rüdes Benehmen – das definieren sie als Verhalten, das einen Mangel an Respekt zum Ausdruck bringt, aber noch nicht von Gesetzen gegen Mobbing erfasst wird.

Als Beispiele nennen sie kleinliches Verhalten wie etwa Kollegen "versehentlich" von Einladungen auszuschließen oder ihnen Informationen vorzuenthalten, Untergebene nicht zu loben, die Lorbeeren für die Mühen eines anderen zu kassieren, bösartige Emails zu versenden oder Gerüchte zu verbreiten. Die Grenzen zu verbotenem Mobbing können hier sehr fließend sein. Das Ergebnis der Studie lautet jedenfalls: 75 Prozent der von den Psychologen Befragten gaben an, dass sie ihm Jahr davor zumindest ein- bis zweimal von Vorfällen solcher Art betroffen waren.

Teufelskreis

Rüpelhaftigkeit geht mit dem Gefühl einher, selbst sozial gut verankert zu sein, weshalb man weniger Angst vor negativen Reaktionen hat, meint Bäckström. Allerdings färbt dies ab: Laut den Forschern weist ihre Studie darauf hin, dass der Hauptgrund für rüdes Benehmen ganz simpel die Nachahmung anderer ist. Daraus könnte sich ein Teufelskreis ergeben, bis schließlich das Arbeitsklima komplett den Bach runtergeht.

Die einzige Lösung für das Problem liegt laut den Forschern darin, durch entsprechendes Training die Sensibilität des Personals – quer durch die Hierarchiestufen – zu erhöhen. (red, 3. 1. 2016)

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