Polizei verstärkt Sicherheitsvorkehrungen nach Attentatswarnung

26. Dezember 2015, 18:37
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Sprecher: Keine konkrete Gefährdung "in Hinblick auf Ort oder Zeit" – Innenministerium äußert sich nicht näher

Wien – Nach einer Attentats-Warnung an europäische Hauptstädte hat die Polizei in Österreich die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Es gebe jedoch "keine konkrete Gefährdung in Hinblick auf Ort oder Zeit", sagte Christoph Pölzl, Sprecher der Wiener Polizei, am Stephanitag. Auch bestehe aus polizeilicher Sicht kein Grund für Absagen geplanter Veranstaltungen.

Das Innenministerium wollte sich zu der Warnung nicht konkret äußern. "Zu Einzelsachverhalten nehmen wir aus operativen Erwägungen grundsätzlich keine Stellung", sagte ein Sprecher. Deutschland sei nach wie vor im Fadenkreuz des dschihadistischen Terrorismus. "Schon nach den Pariser Anschlägen haben wir alle Sicherheitsmaßnahmen überprüft und – soweit erforderlich – angepasst", sagte der Sprecher.

Sicherheitsbesprechung geplant

Anfang kommender Woche ist eine Sicherheitsbesprechung in der Bundeshauptstadt angesetzt. Neben den Spitzen der Polizei werden daran auch Vertreter der Stadt, der Wiener Linien, der ÖBB sowie weiteren Einsatzorganisationen teilnehmen. Die Besprechung findet gleichfalls "in Hinblick auf Silvester" statt, erklärte Pölzl. Neben Wien wurde auch in Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland die Polizei in Bereitschaft versetzt. "Wenn es wirklich zu einem Vorfall kommt, können diese Kräfte rasch nach Wien kommandiert werden", sagte der Polizeisprecher. Deshalb wurden sie frühzeitig darüber informiert, dass sie eventuell herangezogen werden könnten. Die Details sollen bei der Sicherheitsbesprechung festgelegt werden, noch befinde sich die Polizei in der ersten Planungsphase, betonte Pölzl.

Warnung an europäische Hauptstädte

Laut Aussendung der Polizei erging in den Tagen vor Weihnachten von einem befreundeten Dienst eine Warnung an zahlreiche europäische Hauptstädte. Demnach könnte es an Orten mit Menschenansammlungen zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Attentat mit Sprengstoff bzw. zu einem Schussattentat kommen. Der Hinweis deutet laut Wiener Polizei "von der Intensität her auf eine höhere als die allgemein bekannte abstrakte Gefahrenlage" hin. Die Polizei habe jedenfalls alle Beamten diesbezüglich sensibilisiert.

Auch wurden von dem Geheimdienst mehrere mögliche Namen allfälliger Attentäter genannt. Deren Überprüfung und darauf aufbauende Ermittlungen haben aber bisher keine konkreten weiterführenden Ergebnisse gebracht, berichtete die Polizei in der Aussendung. Die Erhebungen werden in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung fortgesetzt.

Die Polizei wies in der Aussendung auf die erhöhte Beobachtung und Überwachung hin. Das gilt auch für die diversen Silvesterfeiern wie etwa dem Silvesterpfad in Wien. Insbesondere bei Veranstaltungen und Verkehrsknotenpunkten wird die Polizeipräsenz verstärkt. Auch gibt es intensivere Personenkontrollen, erhöhte Bedachtnahme auf Behältnisse, in denen Sprengstoff transportiert werden könnte wie leere Koffer, Taschen oder Rahmen von Fahrrädern, informierte die Polizei. (APA, 26.12.2015)

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