Japan vor Hochfahren weiterer Atomreaktoren

24. Dezember 2015, 10:30
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Gericht hob einstweilige Verfügung auf

Tokio – Trotz Ängsten und Protesten in der Bevölkerung wird Japan in Kürze zwei weitere Atomreaktoren wieder anfahren. Ein Gericht in der am Japanischen Meer gelegenen Provinz Fukui hob eine einstweilige Verfügung gegen das Hochfahren der beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Takahama am Donnerstag auf. Damit können die Reaktoren Nummer 3 und 4 voraussichtlich ab Jänner wieder in Betrieb gehen.

Die einstweilige Verfügung war auf Sicherheitsbedenken von Anrainern zurückgegangen. Ungeachtet der Atomkatastrophe in Fukushima vom 11. März 2011 nach einem Tsunami will die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe, dass der Anteil der Atomenergie an der Stromversorgung bis zum Jahr 2030 wieder bei 20 bis 22 Prozent liegt. Vor Fukushima lag er bei knapp 30 Prozent. Nach zwei Jahren Stillstand aller 48 Reaktoren als Konsequenz aus der Katastrophe in Fukushima hatte Japan im August dieses Jahres erstmals wieder zwei Rektoren im Atomkraftwerk Sendai in der südlichen Provinz Kagoshima hochgefahren.

Die Atomaufsicht hatte auch den zwei Reaktoren im Akw Takahama sowie einem Reaktor im Akw Ikata in der Provinz Ehime grünes Licht gegeben. Doch ein Richter in Fukui unterband im April das Hochfahren der Takahama-Meiler mit der Begründung, die neuen Sicherheitsauflagen – laut der Regierung die "strengsten der Welt" – seien "zu locker". Ein anderer Richter hob die Verfügung nun auf. (APA, 24.12.2015)

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